Forschung
Reisen und Party auf Eisberg: Die „Polarstern“ wird 40

Das deutsche Forschungsschiff „Polarstern“ liegt im Frühjahr 2020 während der einjährigen Mosaic-Expedition im Eis der Zentralarktis. Foto

© Manuel Ernst/Alfred-Wegener-Institut, Helmhol/dpa

Vor 40 Jahren wurde das Forschungsschiff „Polarstern“ in den Dienst gestellt. Einer der ersten Expeditionsleiter erinnert sich an ganz besondere Momente – und berühmte Mitfahrer.

An die erste Expedition des deutschen Forschungsschiffes „Polarstern“ kann sich Gotthilf Hempel noch gut erinnern. Am 27. Dezember 1982 legte das Schiff ab Richtung Antarktis, Hempel war Expeditionsleiter. Nach Wochen im Packeis wurde an einem Tafeleisberg ein Stopp eingelegt, das Team an Bord stieg über: Die Gelegenheit wurde genutzt, um eine Eisbergparty zu feiern. „Wir haben zugesehen, dass wir neben unserer wissenschaftlichen Arbeit auch unseren Spaß hatten“, sagt der heute 93-Jährige. „Das Gesellige durfte nicht fehlen.“

Das in Kiel gebaute und in Bremerhaven beheimatete Spezialschiff wurde am 9. Dezember 1982 offiziell in den Dienst gestellt. Die „Polarstern“ ist trotz ihres hohen Alters nach Angaben des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) immer noch eines der leistungsfähigsten Polarforschungsschiffe weltweit. Bis zu 1,5 Meter dickes Eis kann es brechen. „Es ist hervorragend gebaut und sehr robust“, sagt Hempel. Aufsehen erregte die „Polarstern“ während ihrer einjährigen Mosaic-Expedition 2019 bis 2020, als sie eingefroren durch das Nordpolarmeer driftete, angedockt an einer riesigen Eisscholle.

Lange vernachlässigt

Ein solches Mammut-Projekt war noch nicht abzusehen, als der Bundestag 1979 umgerechnet rund 56 Millionen Euro für den Bau des Schiffes bewilligte. Deutschland sollte in der polaren Meeresforschung international eine größere Rolle spielen. „Bis dahin waren die Meere in den…