Biodiversität
„Frieden mit Natur“ – Weltnaturgipfel in Kanada

Antonio Guterres, Generalsekretär der Vereinten Nationen, hält eine Rede bei der Eröffnungszeremonie der 15. Tagung des Weltnaturgipfels. Foto

© Paul Chiasson/The Canadian Press via AP/dpa

30 Prozent der Land- und Meeresflächen sollen bis 2030 unter Schutz gestellt werden. Das Ziel ist ambitioniert – UN-Chef Guterres warnt, die Menschheit werde zur „Massenvernichtungswaffe“.

Zum Start des Weltnaturgipfels in Kanada hat UN-Generalsekretär António Guterres mit eindringlichen Worten zum „Friedensschluss mit der Natur“ aufgerufen. Der Planet brauche ein starkes Abkommen zum Schutz der Artenvielfalt auf der Erde: Mit dem bodenlosen Appetit auf unkontrolliertes und ungleiches wirtschaftliches Wachstum sei die Menschheit zu einer „Massenvernichtungswaffe geworden, wiederholte Guterres am Mittwoch in Montreal zum Start der Verhandlungen. „Ökosysteme sind zum Spielball des Profits geworden.“ Der Mensch habe mit seinen Aktivitäten unter anderem Wälder, Ackerböden, Ozeane, Flüsse und Seen verwüstet.

„Wir führen Krieg gegen die Natur. Bei dieser Konferenz geht es um die dringende Aufgabe, Frieden zu schließen“, hatte Guterres am Mittwoch gesagt. Die Menschheit behandle die Natur wie eine Toilette. „Und letztendlich begehen wir damit stellvertretend Suizid, denn der Verlust von Natur und Artenvielfalt geht mit gewaltigen Kosten für die Menschheit einher.“ Beim Weltnaturgipfel müsse die „Orgie der Zerstörung“ beendet werden: „Keine Ausreden. Keine Verzögerungen. Versprechen müssen gehalten werden.“

Richtungsweisendes Abkommen in Sichtweite?

Organisatoren, Wissenschaftler und Vertreter von Nichtregierungsorganisationen erhoffen sich von dem bis zum 19. Dezember angesetzten Treffen ein richtungsweisendes globales Abkommen für den Artenschutz. Eines der Hauptziele der…