„Es war eine Frage der Strategie für dieses Spiel. Nichts weiter als das“, wiegelte Portugals Nationaltrainer Fernando Santos ab. Dabei hatte sich der 68-Jährige gewissermaßen der Fußball-Majestätsbeleidigung schuldig gemacht: Santos hatte Cristiano Ronaldo nicht für das WM-Achtelfinale gegen die Schweiz in die Startelf beordert. Damit stand der 37 Jahre alte Superstar erstmals seit der Europameisterschaft 2008 und nach 31 Spielen bei einem großen Turnier nicht in der ersten Elf Portugals.

Und es war derjenige, den Santos für Ronaldo aufstellte, der zum Matchwinner wurde. Der 21 Jahre Goncalo Ramos (17., 51., 67. Minute) steuerte drei Treffer zum 6:1 (2:0)-Sieg gegen überforderte Schweizer bei. Die anderen Tore für Portugal schossen der 39 Jahre alte Routinier Pepe (33.), Raphael Guerreiro (55.), der sein Geld beim Bundesligisten Borussia Dortmund verdient, sowie Rafael Leao (90.+2). Für die Schweiz gelang Ex-BVB-Profi Manuel Akanji (58.) nur der Ehrentreffer. Portugal trifft nun im Viertelfinale auf das Überraschungsteam aus Marokko. 

Ronaldo jubelte auch über Ramos-Tore

Am Montag hatte Santos öffentlich Ronaldo dafür kritisiert, dass der Superstar bei seiner Auswechslung im letzten Gruppenspiel gegen Südkorea wutschnaubend den Platz verlassen hatte. Von einer Retourkutsche, indem er Ronaldo einen Platz in der Startelf verweigerte, wollte der Trainer aber nichts wissen. Ronaldo sei ein Profi und werde bei einer Einwechslung alles für das Team geben, versicherte Santos vor dem Anpfiff.

Ungewohntes Bild: Cristiano Ronaldo auf der portugiesischen Ersatzbank

Und so nahm der fünfmalige Weltfußballer erst einmal auf der Ersatzbank Platz. Zumindest äußerlich ließ sich Ronaldo nichts anmerken. Er jubelte mit den anderen Ersatzspielern über die Treffer seiner Mannschaftskollegen – auch über die des glänzend aufspielenden Ramos, der seine Startelf-Nominierung anstelle Ronaldos mehr als rechtfertigte. 

Sprechchöre für Einwechslung

Als sich Ronaldo…