Auch die ganz Großen scheitern. Selbst wenn sie nur einen Ball aus elf Metern ins Tor befördern müssen. Ein kurzer Anlauf, ein wuchtiger Schuss, doch Polens Torwart Wojciech Szczęsny erahnt die richtige Ecke und lenkt den Ball spektakulär über die Latte. Lionel Messi nimmt es hin, wie er es immer tut, ohne große Emotionen. Er trabt weiter, den Kopf leicht gesenkt.

Es war nicht nur ein mehr als fragwürdiger Elfmeter nach einer VAR-Entscheidung, Messis Fehlschuss ist auch ein ungewollter Rekord für einen Superstar wie ihn. Zwei verschossene Elfmeter bei WM-Turnieren – damit zieht er gleich mit Asamoah Gyan aus Ghana. Auch vor vier Jahren beim Turnier in Russland hatte Messi im Spiel gegen Island vom Punkt versagt. 

Eine spektakuläre Parade verhindert Messis dritten Treffer bei dieser WM

„Messi, Messi“-Sprechchöre im Stadion

Im Stadion ist nach der Parade von Polens Keeper unter den vielen Argentinien-Anhängern kurz ein Schockmoment zu spüren. Doch nur wenige Sekunden später hallen die berühmten lang gezogenen „Messi, Messi“-Sprechchöre durchs Stadion. Er wird trotzdem gefeiert. Einige Anhänger verbeugen sich dabei sogar auf der Tribüne vor ihrem Helden. 

Lionel Messi bleibt weiter eine der großen Attraktionen dieser WM in Katar. Alles dreht sich um ihn. Die zehn anderen Argentinier auf dem Platz können ebenfalls ganz passabel kicken. Aber Argentinien ist Messi, Messi ist Argentinien.

Messi ist allgegenwärtig

Sein Gesicht ist allgegenwärtig in diesen Tagen. Es klebt auf Wolkenkratzern in Doha und lächelt in Werbespots von den Stadion-Leinwänden. Einige Fans tragen es als Gummimaske um den Kopf gebunden. Die ikonische Nummer 10 prangt auf jedem zweiten hellblau-weiß gestreiften Trikot.

Auch der ein oder andere Ordner trägt das Shirt mit der 10 unter seinem gelben Leibchen. Messis Einfluss reicht so weit, dass selbst Journalisten auf der Pressetribüne damit auftauchen – so absurd es klingen mag.

Der allseits beliebten Frage weichen die meisten…