Der in Deutschland geprägte Moderne Tanz, die Kultur des französischen Baguettes und die Herstellung von kubanischem Melasse-Rum haben es auf die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes geschafft. Bei dem genannten Modernen Tanz handele es sich um eine „kreative Ausdrucksform, die den Tanz von Grund auf verändert hat und heute Bühnen wie Tanzausbildung gleichermaßen prägt“, erklärte die deutsche UNESCO-Kommission in Bonn. „Die generationenübergreifende, internationale und inklusive Praxis des expressiven Tanzes ist eine sehr wichtige Kunstform, die für ein modernes, avantgardistisches und weltoffenes Deutschland steht“, sagte dazu die deutsche Kultur-Staatsministerin Claudia Roth.

Der UNESCO-Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe tagt seit Montag und noch bis Samstag in Marokkos Hauptstadt Rabat. Einziger deutscher Kandidat war in diesem Jahr die Praxis des Modernen Tanzes in Deutschland. „Die Anerkennung durch die UNESCO wird die Sichtbarkeit und Strahlkraft des Modernen Tanzes in Deutschland und weltweit erhöhen“, erklärte der deutsche UNESCO-Botschafter Peter Reuss.

Die berühmte Tänzerin Gret Palucca auf Sylt in den 1930er Jahren

Beim Modernen Tanz stehen den Angaben zufolge nicht starre Formen und standardisierte Stile im Mittelpunkt, sondern der kreative Ausdruck mithilfe des eigenen Körpers. Er umfasst die zu Anfang des 20. Jahrhunderts entstandenen Vermittlungsformen und Ausbildungstraditionen der Rhythmus- und Ausdruckstanzbewegung. In der Zeit der Weimarer Republik entwickelten demnach Persönlichkeiten wie Rosalia Chladek, Rudolf von Laban, Gret Palucca oder Mary Wigman verschiedene ästhetische Stile und Vermittlungsansätze, die bis heute praktiziert werden. Ihr Einfluss sei heute sogar „in Jugendhäusern, Nachbarschaftszentren und an Schulen“ sichtbar.

Anerkennung für Wahrzeichen Frankreichs und Kubas

Zuvor hatte der zuständige Ausschuss der Weltkulturorganisation, der sich aus 24 Vertragsstaaten zusammensetzt, in Rabat bereits Kultur und…