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Das Ende des sicheren Hafens: Telegram verpfeift auch kleinkriminelle Nutzer an die Behörden

Telegram verweigerte lange die Zusammenarbeit mit den Behörden ganz

© Kirill Kudryavtsev / AFP

Lange Zeit galt der Messenger Telegram als sichere Plattform für alle möglichen illegalen Geschäfte. Im Herbst kam dann heraus, dass die Betreiber bei besonders schweren Verbrechen mit Behörden zusammenarbeiten. Jetzt wurde bekannt, dass sich Kriminelle dort auch bei kleineren Delikten nicht sicher fühlen können.

Ob politischer Radikalismus, Drogenhandel oder gar Kinderpornografie und die Planung von Terror-Anschlägen: Der Messenger Telegram galt lange als sicherer Hafen für alle erdenklichen kriminellen Machenschaften im Netz. Doch das ist nun endgültig vorbei. Hieß es bislang, man arbeite nur in extremen Fällen mit den Behörden zusammen, ist diese Hürde jetzt gefallen: Selbst Raubkopierer müssen mit einer Herausgabe der Daten rechnen.

Das berichtet das Portal „Livelaw“ unter Berufung auf ein indisches Gerichtsurteil. Eine Lehrerin hatte demzufolge geklagt, weil ihre Unterrichtsmaterialien ohne ihre Genehmigung bei Telegram gehandelt worden waren. Der Messenger hatte versucht, die Herausgabe unter Berufung auf den Schutz der Privatsphäre zu verweigern. Das Gericht sah das aber anders. Telegram sei dann gezwungen worden, die persönlichen Daten der Kanalbetreiber herauszugeben, darunter den Namen, die Telefonnummer sowie die IP-Adresse.

Datenherausgabe auch bei geringer Schwere

Das Urteil lässt aufhorchen. Zwar war schon im Sommer erstmals bekannt geworden, dass Telegram auch mit deutschen Behörden zusammenarbeitet und extra eine Kontakt-Email-Adresse für das BKA eingerichtet hatte. Bislang hieß es aber, dort seien nur Daten zu Terror-Gefahren und Kinderpornografie herausgegeben worden. Dass Telegram in einem Land nun auch…