Mit Regenbogenfahne und politischem Superman-Shirt rannte der Aktivist über den Rasen des Lusail-Stadions. „Save Ukraine“ auf der Vorderseite des blauen T-Shirts, auf der Rückseite „Respect for Iranian Woman“ – die drei Botschaften des Italieners beim WM-Spiel zwischen Portugal und Uruguay gingen am Montagabend um die Fußball-Welt.

Am Morgen danach bestimmte die bange Frage das Turniergeschehen in Katar: Wie geht es dem Mann? Die Antwort gab Mario Ferri am frühen Nachmittag selbst: „Ich bin frei“. Rechtliche Konsequenzen müsse er nicht befürchten, schrieb er bei Instagram. Ferri nahm in seiner Stellungnahme auch Bezug auf das Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde durch den Weltverband Fifa. „Sie haben alles verhindert, nur mich nicht. (…) Wir wollen eine freie Welt, die alle Menschen und alle Ideen respektiert“, schrieb er.

Die Botschaften des Regenbogen-Flitzers bei Katar-WM

Die Fifa und das WM-Organisationskomitee teilten am Nachmittag mit, die „Person“ sei schnell wieder freigelassen, das Visum annulliert worden. Ferri äußerte sich ausführlicher. „Die Regeln zu brechen, ist nie ein Verbrechen, wenn man es für eine gute Sache tut“, schrieb der Italiener, der bereits etliche Flitzer-Aktionen hinter sich hat – unter anderem beim deutschen WM-Spiel in Südafrika 2010 gegen Spanien. Doch jetzt scheint Schluss zu sein: „Ich werde es „The last Dance“ nennen, meinen letzten Lauf auf ein Spielfeld, ich wollte für mich wichtige Botschaften senden.“

Das erste, die Regenbogenfahne, ist ein zentrales Symbol für die LGBTQI*-Community. LGBT ist die englische Abkürzung für lesbisch, schwul, bisexuell und Transgender. In Katar ist Homosexualität verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft. Das zweite, der Schriftzug „Save Ukraine“, spielt deutlich auf den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine an. Nach eigenen Angaben war Ferri kurzzeitig „als Freiwilliger“ im Krieg in Kiew. Und…