Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hat den Tod ihres Anführers verkündet und dessen Nachfolger ernannt. Der Iraker Abu al-Hassan al-Haschimi sei „im Kampf gegen die Feinde Gottes“ getötet worden, heißt es. Zum neuen „Kalifen der Muslime“ sei Abu al-Husain al-Husaini al-Kuraischi ernannt worden.

Wann und wo der bisherige Anführer zu Tode kam, erklärte die Terrormiliz nicht. Ihre Angaben sind zudem mit Vorsicht zu genießen: Die Dschihadisten sollen den Tod ihrer Anführer und Kommandeure schon häufig vorgetäuscht haben, um den Druck durch Geheimdienste und Sicherheitskräfte zu verringern.

Undurchsichtige Personalien

Wer hinter dem Kampfnamen des nun getöteten Abu al-Hassan al-Haschimi steckte, wurde bisher nicht bekannt. Er war im März 2022 nach dem Tod seines Vorgängers Abu Ibrahim al-Haschimi al-Kuraschi angetreten. Dieser hatte sich nach US-Angaben während eines Angriffs von Spezialeinheiten im Februar selbst in die Luft gesprengt. Der gebürtige Iraker führte den IS seit 2019 an. Er war der Nachfolger – und nach Angaben aus irakischen und westlichen Sicherheitskreisen auch der Bruder – des selbsternannten Kalifen Abu Bakr al-Baghdadi. Dieser war im selben Jahr ebenfalls bei einem US-Einsatz ums Leben gekommen.

Der IS hatte 2014 weite Teile des Iraks und Syriens unter seine Kontrolle gebracht. Über die Staatsgrenzen hinweg rief Al-Bagdadi ein Kalifat aus – mit sich selbst an der Spitze. Irakische und internationale Streitkräfte beendeten 2017 die international als brutal verurteilte Herrschaft der Islamisten im Irak. In Syrien wurde der IS im März 2019 besiegt. Seitdem wird die Miliz für Anschläge verantwortlich gemacht, etwa in Afghanistan, wo sie zu den Feinden der seit 2021 herrschenden radikal-islamischen Taliban gezählt werden.

rb/kle (AFP, AP, dpa Reuters)