In der deutschen Sprache wird der Tod manchmal als „ewige“ oder „letzte“ Ruhe bezeichnet. Von einer Ruhe nach dem Tod kann bei den alten Ägyptern aber offenbar keine Rede gewesen sein: Nach ihrem Ableben mussten sie sich in einen Gerichtssaal des Totengottes Osiris begeben und dort die Fragen von 42 Göttinnen und Göttern beantworten, bevor man sie in die Unterwelt ließ. 

Das mag die Grabbeigaben erklären, die bei einem Mumienfund im November in Ägypten aufgetaucht sind: Mehrere Menschen wurden in der Nekropole von Quesna im westlichen Nil-Delta mit goldenen Platten in Form von Zungen begraben, die im Mund der Mumien lagen. Diese goldenen Zungen sollten den Verstorbenen vor dem Totengericht möglicherweise dabei helfen, mit Osiris und den anderen Göttinnen und Göttern zu sprechen, damit der Übergang in die Unterwelt gelingt, mutmaßte das ägyptische Antikenministerium. 

Große Funde aus dem alten Ägypten

Särge bei Sakkara

In sehr gutem Zustand präsentierten sich 59 Särge, die Archäologen im Oktober 2020 an der bekannten Grabstätte Sakkara entdeckten. Selbst die Originalfarbe der seit 2600 Jahren nicht geöffneten Sarkophage war erhalten, auch die Mumien hätten ausgesehen, als seien sie „erst am Vortag mumifiziert worden“. Die Sarkophage gehörten zu Priestern und hohen Offiziellen aus der Spätzeit des Alten Ägyptens.

Große Funde aus dem alten Ägypten

Holzsärge in Luxor

Ein Sensationsfund: Mehr als 3000 Jahre alt waren 30 bunte Holzsärge, die Archäologen 2019 samt Mumien in Luxor im Süden Ägyptens entdeckten. Trotz ihres Alters waren die Verzierungen mit Schlangen, Vögeln und Lotus-Blüten in schwarzer, grüner, roter und gelber Farbe noch klar zu erkennen – und vermutlich erhalten geblieben, weil in der Nähe der Fundstelle keine Siedlungen entstanden waren.

Große Funde aus dem alten Ägypten

Tutanchamun

1922 entdeckte der britische Ägyptologe Howard Carter im Tal der Könige die Grabkammer von Tutanchamun, der von 1332…