Es waren gerade einmal ein paar Minuten zwischen Deutschland und Spanien gespielt, da ballte David Raum zum ersten Mal die Faust. Kurz vor der Halbzeit war es Jamal Musiala, der sich aufgrund seines immensen Einsatzes ein Extralob von den Kollegen einholte. Die deutschen Spieler kämpften, grätschten, warfen sich gegen die Spanier in die Zweikämpfe und gewann die meisten davon in einer Art und Weise, wie es sich die deutschen Fans nach der Auftaktniederlage gegen Japan kaum noch hätten vorstellen können. Und dann war da noch Niclas Füllkrug, der spät eingewechselt wurde und bei seinem Debüt bei einer Fußball-WM keine lange Anlaufzeit benötigte, um die deutsche Mannschaft mit dem 1:1-Ausgleichstreffer zu erlösen.

Die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick wurde für ihr großes Engagement gegen die Spanier belohnt. Sie bot dem Team von Coach Luis Enrique entgegen vielen Befürchtungen ein Spiel auf Augenhöhe, war zeitweise sogar überlegen. Wie groß der Wille des gesamten Teams war, zeigte sich auch daran, wie sich Füllkrug von der ersten Sekunde an in die Partie einbrachte. Der lange Zeit so vermisste Typus klassischer Mittelstürmer – körperlich robust, durchsetzungs- und kopfballstark – stemmte sich mit seinem Körper gegen die spanische Defensive, brachte bei seinen Zweikämpfen viel Energie auf und wollte diesen Treffer unbedingt erzielen – was ihm mit seinem wuchtigen Schuss aus kurzer Distanz auch gelang.

Füllkrug zögerte nicht lange, nahm Mitspieler Musiala sogar den Ball vom Fuß, um selbst abzuschließen – gelernt ist gelernt. „Das macht er sehr gut. Mit welcher Entschlossenheit er da abzieht, das hat uns gutgetan“, lobte Flick seinen Torschützen. Es war nach seinem Tor im Vorbereitungsspiel gegen den Oman der zweite Treffer im dritten Länderspiel des Angreifers von Werder Bremen. „Wir wollten unbedingt dieses Spiel ziehen. Es war wichtig, dass wir diesen Punkt holen“, sagte Füllkrug mit einem breiten Grinsen im Gesicht. „Wir haben jetzt auf jeden…