Konjunktur
Wirtschaft behauptet sich – „Rezession verliert Schrecken“

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat zugelegt. Foto

© Bernd Thissen/dpa

Inflation und Energiekrise belasten Verbraucher und Unternehmen. Dennoch schlägt sich Europas größte Volkswirtschaft im Sommer besser als angenommen. Die Zukunftssichten sind nicht mehr ganz so trübe.

Die deutsche Wirtschaft geht mit einem stärkeren Wachstumspolster als erwartet in die kommenden Monate. Trotz Gegenwinds stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent. In einer ersten Schätzung war das Statistische Bundesamt von einem Zuwachs um 0,3 Prozent ausgegangen. Volkswirte rechnen zwar weiterhin mit einem frostigen Winterhalbjahr.

Angesichts milliardenschwerer staatlicher Entlastungspakete und gefüllter Gasspeicher erwarten viele Ökonomen aber einen vergleichsweise milden Konjunkturrückgang. „Die Rezession verliert ihren Schrecken“, sagte Dekabank-Chefvolkswirt Ulrich Kater.

Europas größte Volkswirtschaft wuchs trotz des Ukraine-Krieges, hoher Inflation, anhaltender Corona-Pandemie und Lieferengpässen das dritte Quartal in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden weiter mitteilte. Zu Jahresbeginn war preis-, saison- und kalenderbereinigt ein Plus von 0,8 Prozent verzeichnet worden, im zweiten Quartal von 0,1 Prozent. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wurde im Sommer demnach erstmals das Niveau von der Corona-Krise übertroffen.

Von privatem Konsum gestützt

Getragen wurde das Wachstum im Zeitraum Juli bis September, das über dem Schnitt des Euroraumes von geschätzt 0,2 Prozent lag, vor allem vom Privatkonsum. Trotz hoher Inflation und Energiekrise hätten Verbraucherinnen und Verbraucher auch im dritten Quartal die Aufhebung fast aller Corona-Beschränkungen…