Kirche
Vertuschungsvorwürfe gegen Bischof

Bischof Brems war von 1968 bis 1983 Bischof von Eichstätt. Foto

© Armin Weigel/dpa

Die Eichstätter Aufarbeitungskommission macht dem früherem Bischof Brems heftige Vorwürfe: Er soll einem Missbrauchstäter bei der Flucht vor der Polizei geholfen haben.

Ein Bericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission im Bistum Eichstätt (UAK Eichstätt) erhärtet schwere Vertuschungsvorwürfe gegen den früheren Bischof Alois Brems. Er soll Missbrauchsfälle demnach nicht nur vertuscht, sondern einem Täter sogar bei dessen Flucht vor der Polizei geholfen haben.

„Trotz der zahlreichen schweren Verfehlungen des Priesters in den 1960er Jahren, die bei seinen Opfern großes Leid ausgelöst haben, wurde er in seiner verbrecherischen Handlungsweise nicht gestoppt“, sagte der heute amtierende Bischof Gregor Maria Hanke über den am Donnerstag veröffentlichten Bericht.

„Dass diese Taten ausgeführt und zudem aktiv vertuscht wurden, ist ein erschütternder Vorgang, der restlos aufgearbeitet werden muss.“ Das Erbe von Bischof Brems müsse neu bewertet werden, sagte Hanke. „Ich bitte zudem die Kommunen und Institutionen, die Bischof Brems gewürdigt haben, das Gedenken an ihn ihrerseits zu überdenken.“ Brems war von 1968 bis 1983 Bischof von Eichstätt. Er starb 1987.

Die Vorwürfe gegen ihn waren schon vor einigen Wochen bekannt geworden. Bei dem Mann, dessen Taten Brems gedeckt haben soll, handelt es sich um einen 2016 gestorbenen Priester, der in den 1960er Jahren Mädchen missbraucht haben soll. „Nach aktuellem Kenntnisstand wissen wir von zehn Betroffenen aus den 1960er Jahren“, sagte Bistumssprecherin Pia Dyckmans.

Der Priester setzte sich ab

Wie die Mediengruppe Bayern Ende Oktober berichtete, erstatte eine Betroffene damals Anzeige, die…