Klage nach Midterms
In Arizona proben Trumps Republikaner den Aufstand gegen die Wahl – und das System

Gekämpft und verloren. Kari Lake, eine Trump-Kandidatin, will das Ergebnis der Zwischenwahl nicht anerkennen.

© Ross D. Franklin/AP / DPA

Wieder Wahlprobleme. Wieder Betrugsvorwürfe. Wieder Arizona. Drei Wochen nach der Zwischenwahl in den USA hagelt es Klagen und Beschwerden gegen die Abstimmungsergebnisse. Die Trump-Republikaner proben (wieder einmal) den Aufstand.

Als Doug Ducey in seinem Bundesstaat Arizona vor ziemlich genau zwei Jahren Joe Biden zum Sieger der Präsidentschaftsabstimmung ausrief und damit die Abwahl Donald Trumps besiegelte, reagierte der Noch-Amtsinhaber mit einer Drohattacke: „Warum hast du es so eilig, einen Demokraten ins Amt zu bringen? Die Republikaner werden sich lange daran erinnern!“. Biden hatte in Arizona 10.400 Stimmen mehr bekommen als Trump, es war das knappste Ergebnis der Wahl. Jetzt, nach den Zwischenwahlen, blicken die USA wieder auf den Staat im Südwesten und die örtlichen Medien erinnern sich an ihren Gouverneur, den Republikaner Doug Ducey.

Massive Betrugsvorwürfe von Republikanern

„Warum verteidigt er nicht die Wahlen in Arizona?“, fragt leicht verzweifelt ein Kommentator der größten Zeitung „Arizona Republic“. „Ducey war Finanzminister, er wurde 2014 und 2018 zum Gouverneur gewählt. Er weiß, dass die Wahlen professionell ablaufen und sicher sind. Warum stellt er sich nicht in die Öffentlichkeit und sagt genau das?“ Grund für die beinahe flehentliche Bitte an den Regierungschef sind massive Betrugsvorwürfe, fast ausschließlich durch Republikaner. Trumps „Make-America-Great-Again“-Republikaner genauer gesagt.

Alle zwei Jahre nach den Präsidentschaftswahlen stimmen die Amerikaner über große Teile des Kongresses ab und dazu über eine Reihe von Bundesstaatsämtern, wie etwa die…