Ein Brief an die US-amerikanische Nationalmannschaft zur WM 2022.

Liebe USMNT,

die Vereinigten Staaten werden die Weltmeisterschaft in Katar nicht gewinnen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden die USA zu unseren Lebzeiten überhaupt keine WM gewinnen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich insgeheim noch etwas Hoffnung habe – ich war schon immer ein kleiner Träumer.

Wir hoffen, dass wir falsch liegen. Wir würden genauso gerne wie jeder andere Fan sehen, wie unsere Jungs den WM-Pokal in die Höhe recken. Aber um diese Mannschaft zu lieben – um ihr in die ganze Welt zu folgen – brauchen wir das nicht. Es ist die Reise, die zählt.

Der US-Fußball und seine fantastischen Fans sind diesen Weg seit mehr als 20 Jahren gemeinsam gegangen. Wir haben auf dem Spielfeld einige unglaubliche Höhen und Tiefen erlebt. Die USA sind auf der Weltbühne meist ein kratzbürstiger Außenseiter – fähig zu unglaublichen Ergebnissen (Italien 2006 und England 2010), aber auch zu frustrierend naiven Leistungen.

Zu sagen, dass unser Leben mit dem US-Fußball verflochten ist, wäre eine gewaltige Untertreibung.

Ich habe 149 USMNT-Spiele in 18 Ländern auf vier Kontinenten besucht. Soweit ich weiß, war ich bei mehr Spielen als jedes andere Mitglied der Fangruppe ‚The American Outlaws‘. Das Spiel zwischen den USA und Wales in Katar wird mein 150 Länderspiel sein. Ich war bei den letzten vier Weltmeisterschaften dabei, einschließlich Russland – eine traurige Angelegenheit ohne die USA.

Meine Partnerin Amy hat 108 Spiele der USMNT besucht. Ihr allererstes Profifußballspiel war das Spiel USA gegen Mexiko im Estadio Azteca im Jahr 2005. Unsere Beziehung begann während der Fußballweltmeisterschaft 2002. Wir haben uns zum ersten Mal geküsst, als wir lange aufblieben, um das Spiel USA gegen Portugal im Fernsehen zu sehen.