Verbraucher
Länder kritisieren Pläne für staatliches Tierhaltungslogo

Verschiedene Sorten Schweinefleisch und Rindfleisch liegen in einer Fleischtheke in einem Supermarkt. Foto

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Nach jahrelangen Diskussionen soll eine neue Fleischkennzeichnung auf den Weg kommen. Der Minister dringt auf zügige Fortschritte. Zunächst zeichnet sich weiterer Gegenwind ab – nicht nur bei Verbänden.

Gegen das geplante staatliche Tierhaltungslogo für Fleisch im Supermarkt formiert sich Kritik unter den Bundesländern. Vor der ersten Beratung im Bundesrat listeten die zuständigen Ausschüsse der Länderkammer zahlreiche Einwände und Forderungen zum Entwurf von Bundesagrarminister Cem Özdemir auf. Der Bundesrat stimmt am Freitag darüber ab und will dann eine Stellungnahme beschließen. Verbrauchervertreter und Tierschützer meldeten erneut Kritik an.

„Vorgezogene, unvollständige Regelungen von Teilschritten schaffen Unsicherheiten und gefährden den Umbau der Nutztierhaltung in Deutschland in Gänze“, heißt es in der Empfehlung des federführenden Agrarausschusses des Bundesrats. Die Kennzeichnung solle vorerst nur für frisches Schweinefleisch gelten, dessen Marktanteil maximal 20 Prozent der gesamten Schweinefleischmenge entspreche. Der Entwurf lasse damit den weitaus größeren Marktanteil ungeregelt und wichtige Absatzwege wie Gastronomie und Außer-Haus-Verpflegung unberücksichtigt.

Erster Schritt mit Schweinefleisch

Das Bundeskabinett hatte Özdemirs Gesetzespläne Mitte Oktober auf den Weg gebracht, die eine verpflichtende Kennzeichnung für inländische Erzeugnisse vorsehen. Starten soll sie mit fünf Haltungskategorien vom gesetzlichen Standard bis zu Bio im kommenden Jahr in einem ersten Schritt mit Schweinefleisch. Fleisch aus dem Ausland soll auf freiwilliger Basis gekennzeichnet werden können.