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Eine Welt ohne Twitter? Das spricht dafür – und dagegen

Singende Twitter-Vogel Larry an einem Gebäude der Firmenzentrale

© Jeff Chiu / AP / DPA

Wie würde eine Gesellschaft ohne Twitter aussehen? Wahrscheinlich weniger aufgeheizt – allerdings würde die Debattenkultur auch darunter leiden. Über das Für und Wider von Twitter streiten die Gelehrten.

Seit der Übernahme des blauen Vogels durch Milliardär Elon Musk geht es bei Twitter rund – Massenentlassungen, verschobene Neuerungen, düstere Aussichten. Es drängt sich die Frage auf, welche Zukunft Twitter hat und wie eine Welt ohne das Zwitscher-Netzwerk aussähe. Die Antwort von Experten ist komplex: Eine Minderheit würde den Internetdienst wohl schmerzlich vermissen – die allermeisten Menschen dagegen überhaupt nicht. Im Moment fehlt auch schlicht eine vergleichbare Alternative.

Nach Angaben vom Juni hat Twitter rund 237 Millionen tägliche Nutzerinnen und Nutzer – damit ist die Anhängerschaft deutlich kleiner als die der Plattformen Facebook mit knapp zwei Milliarden, Tiktok mit gut einer Milliarde und Snapchat mit 363 Millionen Usern. Musk will den Dienst zu neuer Größe führen und strebt eine Milliarde Nutzer an – davon ist Twitter weit entfernt.

Twitter sei „in keiner Weise notwendig“, schreibt etwa der New Yorker Unternehmer Steve Cohn auf seinem eigenen Twitter-Account. „Die Welt kommt gut ohne Twitter aus.“ Er hält den Dienst für einen künstlichen Mikrokosmos einer kleinen Elite. Der Großteil der Tweets komme von einem Prozent der Nutzerinnen und Nutzer – „die allermeisten Menschen nutzen es nicht“.

Und so ist Twitter in den vergangenen Jahren vor allem Sprachrohr für Politiker und Politikerinnen, Unternehmen und Promis sowie für die Medienwelt geworden. Regierungen nutzen die kurzen Ankündigungen ebenso wie Journalisten, die auf ihre…