„Wir haben eine Vereinbarung“, schrieb der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell auf Twitter. Bei den von der EU organisierten Gesprächen in Brüssel hätten sich die Chefunterhändler aus dem Kosovound Serbien auf Maßnahmen geeinigt, um eine weitere Eskalation zu vermeiden, so Borrell weiter.

„Serbien wird die Ausgabe von Nummernschildern mit den Bezeichnungen der Städte im Kosovo einstellen und der Kosovo wird keine weiteren Maßnahmen im Zusammenhang mit einer Wiederzulassung von Fahrzeugen ergreifen.“ Borrell rief die Parteien auf, in den kommenden Tagen weitere Schritte zu besprechen. Der EU-Vorstoß, der auch von Frankreich und Deutschland unterstützt wurde, werde dazu beitragen, die Beziehungen zwischen den verfeindeten Ländern zu normalisieren, betonte Borrell.

Gefahr ethnischer Gewalt abgewendet

Damit endete ein fast zwei Jahre währender Streit, der die Beziehungen zwischen Belgrad und Pristina massiv belastet hatte. Westliche Beobachter hatten sogar davor gewarnt, dass in seinem Zusammenhang die Gefahr ethnischer Gewalt drohe. 

Hintergrund des Disputs ist folgender: Nahezu alle der rund 50.000 ethnischen Serben, die in einem kompakten serbischen Siedlungsgebiet im Norden des Kosovos leben, erkennen die staatlichen Einrichtungen dort nicht an. Sie verwenden gegenwärtig weiter Kfz-Kennzeichen aus dem Jahr 1999, als die Region noch zu Serbien gehörte.

Viele serbischstämmige Autofahrer im Kosovo wollen ihre alten Kennzeichen weiter nutzen (Archiv)

Die Regierung des Kosovos beharrte jedoch auf dem Wechsel der Kennzeichen und hatte entschieden, dass die alten Nummernschilder seit dem 1. November ungültig sind. Ab diesem Donnerstag sollten gegen Autofahrer, die noch mit den alten Kennzeichen unterwegs sind, Strafen verhängt werden. Das wurde durch den jetzigen Kompromiss verhindert.

Dank an die USA

Zuvor waren Gespräche zwischen Kosovos Premier Albin Kurti und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic in dieser Sache gescheitert. Auf Drängen der USA…