Miese TV-Quoten
In Deutschland interessiert sich kaum einer für die WM in Katar – in anderen Ländern sieht es anders aus

Fußball-WM in Katar im Fernsehen: Selbst Fans verspüren dieses Jahr kaum Lust auf das Sportereignis

© Rolf Vennenbernd / DPA

Weniger als zehn Millionen Menschen verfolgten das WM-Spiel Deutschland gegen Japan vor den Bildschirmen. Und trotzdem ist es das bisher am meisten gesehen Spiel.

Nicht einmal die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat den Absturz der TV-Quoten bei der WM beim umstrittenen Gastgeber Katar abgebremst. Im Gegenteil: Die erste Partie des Teams von Bundestrainer Hansi Flick bei dem Wüsten-Spektakel am frühen Mittwochnachmittag machte besonders deutlich, wie groß die Vorbehalte und wie gering die Lust der Fans auf diese WM sind. Der Quoten-Absturz ist drastisch.   

Das Spiel gegen Japan schauten sich im Schnitt weniger als zehn Millionen Menschen an. Bei der 1:2-Pleite hatten nur 9,230 Millionen Interessierte die ARD eingeschaltet, wie die AGF Videoforschung am Donnerstag errechnete. Das ergab einen Marktanteil von 59,7 Prozent. Auch wenn dies der bislang beste Wert bei der WM in Katar ist, die Unterschiede sind im Vergleich zum Endrunden-Turnier im Sommer 2018 in Russland eklatant.

Fußball-WM kein Quoten-Selbstläufer mehr

Nach den Gründen wird gesucht. „Das können verschiedene sein – klar ist für mich die Erkenntnis, dass diese WM in der Form, zu dieser unüblichen Jahreszeit und mit den vielen anderen Begleitumständen in Deutschland einfach nicht so gut angenommen wird“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. 

Vor vier Jahren hatten die Übertragungen der ARD und des ZDF von den drei Gruppenspielen der deutschen Mannschaften im Schnitt mehr als 25 Millionen Menschen an die Fernseher gelockt – auch das  Nachmittags-Spiel gegen Südkorea. Nicht eingerechnet waren…