Man fordere von Behörden, Sportverbänden und Organisatoren, dass bei der künftigen Vergaben von großen Sportevents Werte wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit beachtet werden, heißt es in einer am Donnerstag verabschiedeten Resolution des EU-Parlaments. Die jüngste Entscheidung des Fußball-Weltverbands FIFA, die „One Love“-Armbinden, mit denen ein Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt werden sollte, zu verbieten, sei entsetzlich.

Darüber hinaus rufe man die Behörden in Katar auf, Vorschriften zum Verbot von Folter und Misshandlung vollständig durchzusetzen und die Kriminalisierung von Homosexualität abzuschaffen.  Zudem wird bekräftigt, dass die Auffassung des Parlaments bestehen bleibe, dass Korruption innerhalb der FIFA weit verbreitet, systemisch und tief verwurzelt sei.

Deutschland und andere EU-Staaten sollten Druck auf den europäischen Fußball-Verband UEFA und die FIFA ausüben. Der Vergabe-Prozess müsse transparenter werden, die Einhaltung der Menschenrechte sollte dabei eine wichtige Rolle spielen. Auch der Entschädigungsfonds für die Angehörigen von verletzten oder gestorbenen Gastarbeitern müsse eingerichtet werden.

Protest zum Ausdruck gebracht: Bundesinnenministerin Nancy Faeser mit der „One Love“- Armbinde neben FIFA-Chef Gianni Infantino in Doha

Hervorgehoben wird in der Resolution auch, dass die FIFA Katar den Zuschlag für die WM erteilt hätte, ohne Bedingungen für den Schutz von Wanderarbeitern festzulegen und es glaubwürdige Anschuldigungen von Bestechung und Korruption gebe. Es wird aber auch begrüßt, dass Katar Reformen auf den Weg gebracht habe, um die Lage von Arbeitern zu verbessern.

Noch deutlichere Worte fanden deutsche Abgeordnete zur WM. „Diese Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist aus menschenrechtlicher Perspektive eine Katastrophe“, sagte der SPD-Europaabgeordnete und Außenpolitiker Dietmar Köster. Kritisch sieht die Resolution die außenpolitische Sprecherin von Die Linke im Europaparlament,…