Vor Ort

WM-Auftakt
Die Niederlage gegen Japan weckt die alten Dämonen des DFB-Teams

Jamal Musiala mochte beim WM-Spiel gegen Japan teilweise gar nicht hinschauen

© Federico Gambarini / DPA

Beladen mit Debatten und Dämonen: Die Niederlage gegen Japan konfrontiert die deutsche Nationalmannschaft mit Problemen, die sie glaubte, längst gelöst zu haben. Nun droht sogar das Vorrunden-Aus.

Die Niederlage war noch keine halbe Stunde alt, da wurde es im Kabinengang bereits grundsätzlich. Ilkay Gündogan beklagte „fehlende Reife, vielleicht auch Qualität“, Leon Goretzka vermisste „Gier vor dem Tor“ und Manuel Neuer „Bälle, die eine Message haben“. 

Das war die Analyse der Unfallbeteiligten nach dem 1:2 gegen Japan am Mittwochnachmittag. Die deutschen Fußballer hatten sich zwei Mal überfahren lassen von Kontern, und das ging so schnell, dass niemand mehr ganz genau wusste, was genau passiert war am Unfallort, dem Khalifa International Stadium von Doha.  „Ich hab’s noch nicht im Video gesehen“, sagte Goretzka über das Siegtor der Japaner, „auf dem Platz hat es sich jedenfalls ungefährlich angefühlt.“ Joshua Kimmich mutmaßte: „Ich glaube, wir wollten da auf Abseits spielen.“ Aber ganz sicher war er sich da aber nicht.

Zu viel Politik, zu wenig Fußball?

Die Niederlage ließ verstörte Spieler zurück, und auch wenn die DFB-Videoanalysten in den nächsten Tagen so manche Gedächtnislücke werden schließen können mit archivierten Bewegtbildern, so werden Irritation und Befremden so schnell nicht weichen aus dem deutschen Lager. Denn diese Auftaktniederlage wird Debatten befeuern, die man unbedingt hatte beenden wollen. Und diese reicht weit über das rein Sportliche hinaus: Der Wirbel um die „One Love“-Binde, das Einknicken vor der Fifa und die Empörung darüber in Deutschland – war das alles zu viel? Zu viel Politik, zu wenig…