Die Inflation trifft Europa hart. Besonders stark betroffen ist Ungarn. Mit einigen Maßnahmen will Regierungschef Viktor Orbán dem entgegensteuern – zum Nachteil ausländischer Supermarktketten.

Zucker, Mehl, Sonnenblumenöl, Schweine- und Hühnerfleisch, Milch, Eier und Kartoffeln.

Wer in Ungarn diese Produkte einkauft, der kann sich freuen. Denn der nationalistische Regierungschef Viktor Orbán hat einen Preisdeckel auf diese Lebensmittel gesetzt.

Ungarn ist von der Inflation hart getroffen. Dort lag die Inflationsrate im September dieses Jahres bei 20,7 Prozent – Tendenz steigend. Höher ist sie nur in den baltischen Staaten. Zum Vergleich: In Deutschland liegt sie bei 10,9 Prozent, im Euroraum bei 9,9 Prozent.

Besonders die Lebensmittelpreise sind im Land stark gestiegen, wie „Bloomberg“ berichtet. Ungarn verzeichne dabei den größten Anstieg bei den Lebensmittelkosten in der Europäischen Union.

Ungarn verpflichtet Supermärkte zu Lebensmittelabgabe

Daher hat sich die Regierung den Preisdeckel für besagte Produkte einfallen lassen. Schon im Herbst 2021 wurden diese eingeführt, jetzt kamen sie für Eier und Kartoffeln hinzu. Wochenmärkte sind von den Deckeln ausgenommen.

„Wir haben uns angesehen, welche Grundnahrungsmittel teurer geworden sind, wobei Eier und Kartoffeln ganz oben auf der Liste stehen“, sagte Orbáns Stabschef Gergely Gulyas auf einer Pressekonferenz in Budapest. Bis zum 31. Dezember sollen die Preisdeckel bestehen bleiben, mit der Option, sie danach zu verlängern.

Doch dieser Schritt stellt aus Sicht von Supermarktketten aus dem Ausland ein Problem dar, wie etwa die Nachrichtenseite „Politico“ berichtet. Die Regierung in Ungarn versucht seit einiger Zeit, ausländische Ketten zugunsten einheimischer Unternehmen zu regulieren.