Gerade mal 17 Monate sind die Horrorbilder alt: Christian Eriksen liegt im EM-Spiel gegen Finnland bewusstlos auf dem Rasen in Kopenhagen. Sein Herz steht still. Es geht um Leben und Tod. Zu seinem Glück reagieren Mitspieler und Rettungskräfte schnell und können ihn ins Leben zurückholen. All das muss man im Hinterkopf haben, wenn man Eriksen, mit einem Herzschrittmacher ausgestattet, nun bei dieser Weltmeisterschaft im Auftaktspiel der Dänen gegen Tunesien, rennen, grätschen und ackern sieht. „Er ist das Herzstück dieses Teams“, hatte sein Trainer Kasper Hjulmand zuvor gesagt, „ein fantastischer Spieler.“ Aber auch Eriksen konnte nicht verhindern, dass die zum erweiterten Favoritenkreis zählenden Dänen mit einem torlosen Remis ins WM-Turnier starteten.

Das lag vor allem daran, dass die Tunesier dem dänischen Spielgestalter das Leben enorm schwer machten. Intensiv, aber fair gingen die Spieler aus Nordafrika von Beginn an in die Zweikämpfe. Die Dänen waren davon sichtlich beeindruckt. Mit den eroberten Bällen wusste das Außenseiterteam aus Nordafrika dann auch durchaus etwas anzufangen. Tunesiens Stürmer Issam Jebali, der beim dänischen Klub Odense BK aktiv ist, erzielte gleich zwei vermeintliche Treffer (23. und 42. Minute), die jedoch aufgrund von Abseitsstellungen nicht anerkannt wurden.       

Lauf- und zweikampfstark: Tunesiens Mittelstürmer Jebali war mehrfach gefährlich vor dem Tor

Eriksen-Faktor in der zweiten Halbzeit

Und was machte das „Herz“ des dänischen Spiels? Eriksen stellte unter Beweis, dass er in Sachen Fitness längst keine Abstriche machen muss. Der inzwischen 30 Jahre Mittelfeldspieler übernahm ab der 65. Minute nicht nur die Kapitänsbinde der Dänen, sondern auch vermehrt die Kontrolle über das Spiel. Seinen Distanzschuss kurz darauf konnte Tunesiens Keeper Aymen Dahmen gerade noch abwehren. Eine Minute später köpfte Andreas Cornelius einen Eriksen-Eckball an den Innenpfosten. In der erneut ellenlangen…