Waffenbeschaffer
NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben muss restliche Haftstrafe absitzen

NSU-Unterstützer Ralf Wohlleben bei seinem Prozess im Jahr 2016

© Peter Kneffel / DPA

Der mutmaßliche Waffenbeschaffer des NSU-Trios, Ralf Wohlleben, muss die restliche Zeit seiner Haftstrafe absitzen. Der Bundesgerichtshof lehnte es ab, seine Strafe auf Bewährung auszusetzen.

Der rechtskräftig als Waffenbeschaffer des NSU verurteilte Ralf Wohlleben muss seine verbliebene Gefängnisstrafe antreten und bis auf Weiteres absitzen. Der Bundesgerichtshof (BGH) lehnte es ab, die restliche Haft derzeit zur Bewährung auszusetzen. Unter Berücksichtigung des Sicherheitsinteresses der Allgemeinheit könne „eine vorzeitige Haftverschonung nicht verantwortet werden“, teilten die Karlsruher Richter am Dienstag mit. In einem halben Jahr könnte Wohlleben einen neuen Antrag stellen. 

Keine Bewährung für NSU-Unterstützer: Ralf Wohlleben muss Restzeit seiner Haftstrafe absitzen

Wohlleben war im Juli 2018 im Prozess um die rassistisch motivierten Morde der Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) zu einer zehnjährigen Freiheitsstrafe wegen Beihilfe verurteilt worden. 

Das Oberlandesgericht (OLG) München war zu der Überzeugung gelangt, dass Wohlleben den NSU-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos im Jahr 2000 mit einem Komplizen die Pistole besorgt hatte, mit der diese bis 2006 deutschlandweit acht Männer türkischer Herkunft und einen griechischstämmigen Mann ermordeten. Der BGH hatte dieses Urteil im August 2021 bestätigt, damit ist es rechtskräftig.

Wohlleben war wenige Tage nach der Münchner Urteilsverkündung aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Zu diesem Zeitpunkt saß er schon mehr als sechseinhalb Jahre in U-Haft. Diese Zeit wird auf die zu verbüßende Strafhaft angerechnet. Wenn zwei Drittel der verhängten…