Nach dem äußerst umstrittenen WM-Verbot für die „One Love“-Binde will sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offenbar nicht kampflos geschlagen geben und prüft rechtliche Schritte gegen den Fußball-Weltverband FIFA. Wie als erstes die „Bild“-Zeitung berichtete, könnte der DFB vor den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ziehen. Gegenüber der ARD-Sportschau bestätigte das der DFB später. Es werde die Möglichkeit eines sogenannten Antrags auf vorläufigen Rechtsschutz bei der Ad-Hoc-Division des CAS geprüft. Ziel soll sein, dass DFB-Kapitän Manuel Neuer die umstrittene Binde doch noch tragen kann.

„Die FIFA hat uns ein Zeichen für Diversität und Menschenrechte verboten. Sie hat dies mit massiven Androhungen sportlicher Sanktionen verbunden, ohne diese zu konkretisieren“, sagte DFB-Sprecher Steffen Simon auf Anfrage des Sport-Informationdienstes (SID). Der CAS teilte der Nachrichtenagentur AFP mit, dass er bisher „noch nichts erhalten“ habe. Grundsätzlich sollte der Fall aber laut Statuten erst einmal bei der FIFA-Beschwerdekommission landen. Für diese Art einer Auseinandersetzung gebe es beim CAS keinen Präzedenzfall.

Auch Bundestrainer Hansi Flick schaltete sich am Abend vor dem Auftaktspiel in die Debatte ein. Er finde es „schade, dass man für Menschenrechte nicht mehr einstehen darf“, sagte der 57-Jährige. Auch die Spieler seien „sehr, sehr unzufrieden und geschockt, dass so etwas nicht machbar ist, weil es ein Zeichen ist für Menschenrechte und Vielfalt“. Die Frage, ob das Team ein anderes Zeichen setzen werde, ließ Führungsspieler Joshua Kimmich offen.

DFB-Sponsor geht auf Abstand

Zuvor hatten bereits einige Sponsoren der DFB-Elf reagiert. So beendete die Supermarktkette REWE die Zusammenarbeit mit dem DFB öffentlichkeitswirksam. „Wir stehen ein für Diversität – und auch Fußball ist Diversität. Diese Haltung leben wir und diese Haltung verteidigen wir – auch gegen mögliche Widerstände“, sagte REWE-Chef Lionel Souque laut einer Mitteilung des…