Faces of Football: Marokko – ein Brief an die Nationalmannschaft

Marokko

Ein Brief an die marokkanische Nationalmannschaft zur WM 2022.

Liebe marokkanische Nationalmannschaft,

ich bin Nabil Hamdaoui, auch bekannt als Nabil Skily oder als Nabil Au Brésil, und wie die meisten marokkanischen Kinder der 80er Jahre wuchs ich mit Diego Maradonas Argentinien, Roberto Baggios Italien, Ronaldos Brasilien, Zinedine Zidanes Frankreich und vor allem mit dem Marokko von Mustapha Hadji, Noureddine Naybet und Salaheddine Bassir auf.

Obwohl ich erst zwei Jahre alt und zu jung war, um mich daran zu erinnern, war ich bei unserem Achtelfinalspiel bei der FIFA-Weltmeisterschaft 1986 dabei – eine Premiere für ein nordafrikanisches Land. Meine Ältesten erzählten mir von den Freuden dieses Turniers und auch vom Afrika-Cup 1976, als Ahmed Faras das Land zum ersten kontinentalen Titel führte.

Das erste Turnier, an das ich mich erinnere, war die Weltmeisterschaft 1998 – und was für ein bittersüßes Turnier. Wir schieden in der Gruppenphase aus, waren aber so nah dran, das Achtelfinale zu erreichen. Wir hätten es auch geschafft, wenn Brasilien nicht am letzten Spieltag eine überraschende Niederlage gegen Norwegen erlitten hätte. Es hat mir das Herz gebrochen, aber ich war sehr stolz auf meine Nation, die in Frankreich alles gegeben hat.

Die Begeisterung und der Stolz auf unsere Nationalmannschaft waren schon immer sehr ausgeprägt. Das haben uns frühere Generationen vererbt, die in der goldenen Ära des Fußballs einen Vorgeschmack auf den Ruhm bekamen, und auch wenn wir seitdem nicht mehr ganz so hoch hinausgekommen sind, ist die Hoffnung geblieben, weil wir immer mindestens einen oder zwei echte Spitzenfußballer hervorbringen konnten.

Von den Legenden der 90er Jahre, mit denen ich aufgewachsen…