Die Explosionen ereigneten sich an zwei Bushaltestellen während des morgendlichen Berufsverkehrs. Die erste Detonation gab es an einer Haltestelle an einer Stadtausfahrt. Kurz darauf gab eine weitere Explosion an einer Haltestelle in Ramot nördlich von Jerusalem. Laut Agenturangaben lag zwischen den beiden Explosionen etwa eine halbe Stunde.

Bei den Explosionen wurde ein Mensch getötet, mindestens 18 weitere wurden verletzt. Die Polizei sprach vom Verdacht auf einen koordinierten Anschlag. Nach ersten Erkenntnissen seien die Sprengsätze gezielt an den beiden Orten platziert worden. Polizeisprecher Eli Levi sagte dem Armee-Hörfunk, die erste Explosion an einer Bushaltestelle voller Menschen sei von einem großen Sprengsatz ausgelöst worden. „Solche koordinierten Angriffe hat es in Jerusalem seit Jahren nicht mehr gegeben.“

Die Polizei geht laut Medienberichten davon aus, dass es sich um ferngezündete Nagelbomben handelte, die in abgestellten Taschen versteckt waren.

Weiträumig abgesperrt, einer der beiden Explosionsorte im Großraum Jerusalem

In Jerusalem hat es in der Vergangenheit immer wieder Anschläge militanter Palästinenserorganisationen gegeben. Die Detonationen an Bushaltestellen erinnern an das Vorgehen militanter Palästinenser während der Intifada zwischen 2000 und 2005. Die radikal-islamische Hamas, die im palästinensischen Gazastreifen an der Macht ist, begrüßte die Anschläge, bekannte sich aber nicht dazu.

Der scheidende israelische Ministerpräsident Jair Lapid wollte am Mittag eine Dringlichkeitssitzung mit der Polizei- und Militärspitze abhalten.

Seit März sind bei Terrorakten in Israel 18 Menschen getötet worden. Außerdem wurden in diesem Jahr mehrere israelische Zivilisten und Sicherheitskräfte bei Anschlägen im Westjordanland getötet. Seit dem Frühjahr unternimmt Israels Armee im besetzten Westjordanland nach einer Reihe von Attentaten durch Palästinenser vermehrt Razzien. Mehr als 130 Palästinenser wurden in diesem Jahr in…