„Land der Gefängnisse“
Brittney Griner in Strafkolonie Nr. 2 – ein „Loch“ für „besonders gefährliche“ Gefangene

Brittney Griner in einem Käfig in einem Gerichtssaal während einer Anhörung

© Evgenia Novozhenina / AP / DPA

Die US-Basketballerin Brittney Griner wurde in eine russische Strafkolonie überführt. Was sie dort erwartet und was die Menschen in der Region von der Inhaftierung halten.

Die Strafkolonie Nummer 2 liegt inmitten einer Landschaft schneebedeckter Wälder und Sümpfe. „Normalerweise kommen hier Gefangene hin, die als besonders gefährlich gelten“, sagt der Taxifahrer Witali Dojne, der selbst sechs Jahre in einem der berüchtigten Arbeitslager in der russischen Republik Mordwinien gefangen war. Seit einigen Tagen ist hier im Dorf Jawas auch die US-Basketballerin Brittney Griner inhaftiert. Dojne wundert sich, dass eine so bekannte Sportlerin „in so ein Loch“ gesteckt wurde. 

Griner, zweifache Goldmedaillengewinnerin bei den Olympischen Spielen, wurde im August zu neun Jahren Gefängnis verurteilt. Die russische Justiz wirft ihr Drogenbesitz und Handel vor, weil sie am Moskauer Flughafen mit einem Vaporizer mit einer kleinen Menge Cannabis-Öl aufgegriffen wurde. Griner sagt, sie habe damit in Absprache mit ihrem Arzt Schmerzen behandelt.

Ihre Unterstützer sehen in ihr eine geopolitische Geisel, die es Moskau erlaube, mitten im Krieg gegen die Ukraine mit Washington zu feilschen. Derzeit wird über einen Gefangenenaustausch verhandelt.

Kolonie Nummer 2 ein „relativ normales Gefängnis“

Auf dem Markt in Jawas sagen die meisten, sie wüssten nichts vom Basketball-Star im örtlichen Straflager – wenn sie überhaupt mit dem Reporter sprechen. Swjetlana, eine rothaarige Frau um die 50, ist bereit zu reden, solange ihr Nachname nicht genannt wird. „Das Gesetz ist für alle gleich, für die ganz oben wie für die…