WM in Katar
Nicht gesungene Hymne: Wohl keine Konsequenzen für Irans Spieler – vorerst

Die iranische Fußballnationalmannschaft beim Spiel gegen England

© Adam Davy/PA Wire / DPA

Die iranische Fußballnationalmannschaft hat bei ihrem ersten WM-Spiel in Katar die Nationalhymne nicht mitgesungen – offenbar aus Protest gegen das Regime in ihrem Heimatland. Konsequenzen kommen dafür nicht auf sie zu – vorerst.

Irans Fußball-Nationalspielern drohen nach der nicht mitgesungenen Hymne zum WM-Auftakt gegen England wohl vorerst keine Konsequenzen. Dies werde während des Turniers nicht passieren, da nicht alle Spieler der Mannschaft gesperrt werden könnten, schrieben iranische Sportjournalisten am Dienstag. Aber eine temporäre Sperre oder Gehaltskürzungen für die Spieler, die in der iranischen Liga beschäftigt sind, wäre nach der WM – besonders bei einem schlechten Abschneiden des Teams – durchaus denkbar.

Presse im Iran ignoriert die Geste

Die gesamte Mannschaft hatte am Montag vor dem 2:6 im WM-Auftaktspiel gegen England die Nationalhymne nicht mitgesungen. In den sozialen Medien wurde diese Geste nicht nur als Solidarität mit den seit über zwei Monaten anhaltenden systemkritischen Protesten im Land gewertet, sondern auch als ein Zeichen dafür, dass das Nationalteam gegen die politische Herrschaft sei. Die Presse in dem Land ignorierte die Geste am Tag danach bewusst. In den sozialen Medien und persischsprachigen Nachrichtensendern im Ausland war der stumme Protest der Spieler jedoch weitaus wichtiger als das Spiel und Ergebnis.

Nur die Tageszeitung Kayhan, Sprachrohr der Hardliner im Land, bezeichnete die Spieler als Verräter, die sich von den ausländischen politischen Feinden des Landes hätten beeinflussen lassen. Mit Kritik an der sportlichen Leistung hielt sich die Presse im Iran trotz der höchsten Niederlage in der…