2024 ist Schluss
Bundesregierung leitet Ende des Bundeswehr-Einsatzes in Mali ein

Bundeswehrsoldaten der European Union Training Mission Mali (EUTM) warten auf die Bundesministerin der Verteidigung

© Kay Nietfeld / DPA

Der Bundeswehr-Einsatz in Mali kommt zu einem Ende: Bis ins Jahr 2024 soll der Einsatz noch fortgeführt, dann aber beendet werden, wie es aus Ministeriumskreisen heißt. Der Entscheidung waren Meinungsverschiedenheiten der Ministerien vorausgegangen.

Die Bundesregierung will den Einsatz deutscher Soldaten im westafrikanischen Mali zunächst fortsetzen, aber auch einen konkreten Plan für den Abzug verfolgen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wurde am Dienstag bei einem Spitzentreffen von Kanzleramt und Ministerien vereinbart, ein Mandat für den Einsatz bis ins Jahr 2024 zu formulieren, jedoch vom kommenden Jahr an mit einem „Einstieg in den Ausstieg“ zu beginnen. Ein vollständiger Abzug dauert nach früheren Einschätzungen von Militärplanern etwa ein Jahr. Zuvor hatten auch „Der Spiegel“ und die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Wie „Der Spiegel“ schreibt, soll der Abzug bis Mai 2024 vollzogen werden. Am späteren Nachmittag sollen weitere Details bekanntgegeben werden. 

Mit diesem Kompromiss schien eine Meinungsverschiedenheit zwischen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne), die eine Fortsetzung wollte, und der eher kritischen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) entschärft. Zuletzt hatte es wiederholt Streit zwischen den Militärmachthabern in Mali und der UN-Mission Minusma gegeben, für die Deutschland Soldaten stellt. Mali mit seinen rund 20 Millionen Einwohnern hat seit 2012 drei Militärputsche erlebt. Seit dem jüngsten Putsch im Mai 2021 wird das Land von einer militärischen Übergangsregierung geführt.

rw
DPA

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