Neben der Nuklearanlage in Natans im Zentraliran wird nun auch in der Untergrundanlage Fordo etwa 100 Kilometer südlich der Hauptstadt Teheran Uran auf 60 Prozent angereichert. Das gab die iranische Atomorganisation (AEOI) bekannt. Der Schritt ist laut AEOI eine Reaktion des Landes auf eine Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien von vergangener Woche. Teheran sprach daraufhin von einer politisch motivierten Entscheidung und drohte mit „angemessenen Gegenmaßnahmen“.

Das IAEA-Lenkungsgremium hatte der iranischen Führung mangelnde Transparenz im Bezug auf das Atomprogramm des Landes vorgeworfen und indirekt mit der Einschaltung des UN-Sicherheitsrates gedroht. Eine entsprechende Resolution wurde in Wien verabschiedet.

Warnung vor der Atombombe

Nachdem die USA im Jahr 2018 unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen waren, hatte sich auch die iranische Führung der Vereinbarung nicht mehr verpflichtet gefühlt. Das Land begann schrittweise mit der Urananreicherung und erschwerte der IAEA zunehmend die Kontrollen. 

Experten warnten in den vergangenen Monaten mehrfach, der Iran verfüge möglicherweise bereits über genügend Uran mit einem Anreicherungsgrad von 60 Prozent, um es zu Brennstoff für mindestens eine Atombombe weiterzuverarbeiten. 

se/gri (dpa, ap, afp)