Geldpolitik
Bundesbank-Chef Nagel über den Inflationshöhepunkt

Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, glaubt nicht daran, dass der Inflationshöhepunkt schon überschritten ist. Foto

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Europas Währungshüter stemmen sich mit Zinserhöhungen gegen die Rekordinflation im Euroraum. Aus Sicht von Bundesbank-Präsident Nagel braucht es darüber hinaus weitere Maßnahmen.

Trotz erster Entspannungssignale hat die Inflation im Euroraum nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel ihren Höhepunkt noch nicht überschritten.

„Ich würde gern daran glauben wollen, dass wir hoffentlich bessere Inflationszahlen sehen werden“, sagte Nagel am Montagabend in Frankfurt. Belastbare Daten sprächen aber eher dafür, dass sich die Teuerungsrate noch eine zeitlang auf einem hohen Plateau bewegen werde, bevor es dann deutlicher nach unten gehen könnte.

Die Ölpreise waren zuletzt gesunken, zugleich hatte sich der Preisauftrieb auf der Herstellerebene im Oktober in Deutschland deutlich abgeschwächt und Hoffnungen auf einen Rückgang der hohen Inflation geschürt.

Nagel zufolge dürfte die Inflationsrate in Deutschland auch im kommenden Jahr hoch bleiben. „Ich halte es für wahrscheinlich, dass im Jahresdurchschnitt eine Sieben vor dem Komma stehen wird“, sagte der Bundesbank-Präsident. Auch im Euroraum belaste die hohe Inflation die Konjunktur. „Der massive Preisauftrieb ist breit angelegt. Er bremst insbesondere den privaten Konsum.“

Im Dezember werde die Europäische Zentralbank (EZB) mit einer weiteren Zinserhöhung nachlegen, um die Inflationsrate im Euroraum mittelfristig zurück auf 2 Prozent zu bringen, sagte Nagel, der als Bundesbank-Präsident im EZB-Rat mit über die Geldpolitik im gemeinsamen Währungsraum entscheidet. Die Größe…