In der „One Love“-Debatte bleiben viele Fragen offen. Der Deutsche Fußball-Bund ist großen Zwängen ausgesetzt. Im Mittelpunkt steht die Kapitänsbinde, die vor einem Monat noch kritisiert worden war.

Keine Liebe für die FIFA und den DFB: Nach dem Verbot der „One Love“-Kapitänsbinde für europäische WM-Teilnehmer durch den Weltverband stehen dieser und der Deutsche Fußball-Bund stark in der Kritik.

Eine „Machtdemonstration“ beklagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf – sein Verband muss sich dem Vorwurf des angeblichen Einknickens stellen. Als erster Sponsor zog der Handelsriese Rewe am Dienstag Konsequenzen und wirbt nicht mehr für den DFB während der WM.

Was wären die unmittelbaren Konsequenzen, trüge DFB-Kapitän Manuel Neuer die Binde doch?

Neuer könnte vom Schiedsrichter mit der Gelben Karte verwarnt werden. Die Binde sei Teil der Ausrüstung und bei Mängeln an dieser dürfe ein Spieler nicht an der Partie teilnehmen, erklärte der erfahrene frühere FIFA-Schiedsrichter Manuel Gräfe bei Twitter. „Macht er es trotzdem, wäre es ein unerlaubtes Betreten des Spielfeldes/unsportliches Verhalten“, das mit Gelb zu ahnden sei. Gelb-Rot gebe es in der Folge nicht, weil ein Spieler nicht zweimal für ein Vergehen bestraft werden dürfe – theoretisch sei aber ein Spielabbruch möglich. Dieser müsse „aber immer verhältnismäßig sein“, schrieb Gräfe. Der DFB begründete den Verzicht nach der FIFA-Androhung damit, das Politikum nicht auf dem Rücken der Spieler ausfechten zu wollen. Zudem sei es das Ergebnis der Beratungen aller Europa-Verbände gewesen. DFB-Mediendirektor Steffen Simon war der FIFA in einem Interview des Deutschlandfunks am Dienstagmorgen „extreme Erpressung“ vor.

Warum riskiert der DFB nicht den Bruch mit der FIFA und notfalls noch schärfere Sanktionen?

DFB-Präsident Bernd Neuendorf gab…