Energie
EU-Kommission schlägt Gaspreisdeckel im EU-Großhandel vor

Wer zahlt wieviel für Gas? Die Europäische Kommission macht Vorschläge zu Preisbremsen. Foto

© Marijan Murat/dpa

Seit Monaten wird in Brüssel über einen Höchstpreis für Gas gestritten, um die hohen Preise zu drücken. Kurz vor einer Sondersitzung der EU-Energieminister macht die Kommission einen entscheidenden Vorschlag.

Die Europäische Kommission hat nach monatelangen Diskussionen einen festen Gaspreisdeckel im europäischen Großhandel vorgeschlagen. Unter bestimmten Bedingungen soll es einen Maximalpreis für Gas geben, das einen Monat im Voraus am Großhandelsplatz TTF gehandelt wird.

„Es ist ein Mechanismus der letzten Instanz, um übermäßig hohe Preise, die nicht mit den globalen Preistrends übereinstimmen, zu verhindern und wenn nötig zu bekämpfen“, sagte EU-Energiekommissarin Simson am Dienstag in Straßburg. Die EU-Staaten müssen dem Vorschlag noch zustimmen. Die Bundesregierung sieht einen solchen Gaspreisdeckel kritisch, viele andere EU-Staaten bestehen jedoch darauf.

Nur für Großkunden

Anders als die Gaspreisbremse der Bundesregierung gilt der Deckel für Großkunden, die am TTF einkaufen, und nicht für Endverbraucher. Der Deckel würde automatisch greifen, wenn der Preis für im Folgemonat zu lieferndes Gas zwei Wochen lang 275 Euro pro Megawattstunde übersteigt und gleichzeitig mindestens 58 Euro höher ist als der Referenzpreis für Flüssiggas (LNG) am Weltmarkt. Aufträge oberhalb des Preislimits würden dann nicht mehr akzeptiert. Der Mechanismus soll ab Januar ein Jahr lang gelten. Um Engpässe bei der Versorgung zu vermeiden, soll der Preisdeckel regelmäßig überprüft und jederzeit außer Kraft gesetzt werden können.

Hintergrund des Vorschlags ist der starke Anstieg der Gaspreise…