Angriffe Ankaras
Faeser: Eskalation der Gewalt verhindern

Bundesinnenministerin Nancy Faeser trifft den türkischen Innenminister Süleyman Soylu in Ankara. Foto

© Anne Pollmann/dpa

Bei ihrem Antrittsbesuch in Ankara hat sich Innenministerin Faeser solidarisch mit dem Partner Türkei gezeigt – aber dazu aufgerufen, Maß zu halten.

Bei ihrem Besuch in Ankara hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser die Türkei nach Beginn der neuen Luftoffensive in Syrien und im Irak dazu aufgerufen, eine Eskalation der Gewalt zu verhindern. Die Reaktion der Türkei müsse verhältnismäßig sein, sagte Faeser am Dienstag. Die türkischen Streitkräfte führten den Kampf gegen die kurdischen Milizen in Syrien derweil fort – und Präsident Recep Tayyip Erdogan schlägt immer martialischere Töne an.

Er stellte kein baldiges Ende der Angriffe in Aussicht: „Sobald wie möglich werden wir, so Gott will, zusammen mit unseren Panzern, Soldaten und Weggefährten, alle ausrotten“, sagte Erdogan am Dienstag. „Ab sofort gibt es für uns nur noch ein einziges Maß, ein einziges Limit. Und das ist die Sicherheit unseres eigenen Landes.“

Seit Sonntag fliegt die Türkei in Syrien und im Irak Angriffe auf Stellungen kurdischer Milizen, die sie für einen Anschlag am 13. November im Zentrum Istanbuls verantwortlich macht. Ankara greift Ziele in Regionen an, die unter der Kontrolle der syrischen Kurdenmiliz YPG stehen. Die Türkei sieht die YPG als Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Die PKK gilt unter anderem auch in Deutschland als Terrororganisation, die YPG nicht. Die USA sehen in der YPG einen Partner im Kampf gegen den IS.

Bei einem Drohnengriff auf eine Militärbasis sind Aktivisten zufolge am Dienstag zwei kurdische Kämpfer getötet worden. Der Stützpunkt werde gemeinsam von der US-geführten internationalen Koalition und kurdischen Kämpfern genutzt,…