Das Feuer brach nach Angaben der Rettungskräfte im vierten Stockwerk eines Wohnhauses im Lager Dschabalia aus und griff auf den Rest des Gebäudes über. Es habe über eine Stunde gedauert, die Flammen unter Kontrolle zu bringen. Augenzeugen berichteten, dass in dem Gebäude eine Feier stattgefunden habe, als das Feuer ausbrach. Das Innenministerium im Gaza-Streifen erklärte, große Mengen Benzin seien auf dem Gelände gelagert worden, was zu einer raschen Ausbreitung der Flammen beigetragen habe. Die Ermittlungen zur Brandursache dauerten an.

Sicherheitskräfte halten Angehörige und Schaulustige auf Distanz

Wie der Zivilschutz und das örtliche Krankenhaus bestätigten, starben bei dem Brand mehr als 20 Menschen. Der Direktor des Krankenhauses, Salah Abu Laila, sagte, mindestens 21 Leichen seien in die Klinik gebracht worden. Darunter sollen auch sieben Kinder sein. Mehr als 30 Menschen wurden demnach verletzt. Es werde damit gerechnet, dass die Zahl noch weiter steige. Israel und Ägypten kündigten an, die Blockade des von der Hamas beherrschten Gazastreifens für Opfer des Brandes aufzuheben, damit sie medizinisch behandelt werden könnten.

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas, der im Westjordanland seinen Amtssitz hat, sprach von einer nationalen Tragödie, und erklärte den Freitag zu einem Tag der Trauer. An allen öffentlichen Gebäuden sollen die Flaggen auf Halbmast gesetzt werden.

Suche nach weiteren Opfern in den Trümmern

Dschabalia ist das größte Flüchtlingslager im Gazastreifen. Es wurde 1950 errichtet. Heute leben dort mehr als 110.000 registrierte Flüchtlinge auf nur knapp eineinhalb Quadratkilometern Fläche. Insgesamt leben in dem kleinen palästinensischen Küstenstreifen mehr als 2,2 Millionen Menschen auf engstem Raum, im Durchschnitt mehr als 5700 Menschen auf einem Quadratkilometer. Fast 600.000 von ihnen wohnen laut UN-Angaben in den acht überfüllten Flüchtlingslagern des Gazastreifens.

qu/cw (dpa, rtr, afp)