Nordkorea hat nach Angaben aus Südkorea und Japan vermutlich wieder eine atomwaffenfähige Rakete mit mehreren tausend Kilometern Reichweite getestet. Das Militär habe den Start einer ballistischen Rakete im Norden erfasst, die in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer) geflogen sei, teilte der Generalstab in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul mit.

Der japanische Ministerpräsident Fumio Kishida, der sich zur Zeit beim Asien-Pazifik-Gipfel (APEC) im thailändischen Bangkok aufhält, verurteilte den erneuten Raketenabschuss als „absolut unverantwortlich“. Tokio habe bei der kommunistischen Führung in Pjöngjang Protest eingelegt. Nordkorea wiederhole „provokante Aktionen in noch nie dagewesener Häufigkeit“, erklärte Kishida. Nach seinen Worten ging das Geschoss westlich von Hokkaido in der ausschließlichen Wirtschaftszone Japans nieder. Es gebe aber keine Berichte über Schäden an Schiffen oder Flugzeugen. 

Japans Regierungschef Fumio Kishida beim APEC-Gipfel in Bangkok

„Test ist eine ernsthafte Bedrohung“

Führende Militärs in Südkorea bewerteten den jüngsten Raketenstart als „eine schwere Provokation und ernste Bedrohung“. Der internationale und der regionale Frieden und die Sicherheit würden dadurch untergraben. Weiter hieß es aus Seoul, Südkorea sei nach wie vor bereit, in enger Abstimmung mit den Vereinigten Staaten eine „überwältigende Antwort“ zu geben.

Wegen des Raketentests werden die USA, Japan, Südkorea, Australien und weitere Staaten am Rande des APEC-Treffens zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. 

Nordkoreas Machthaber Kim Jong UN ließ zuletzt in ungewohnt hoher Frequenz Raketentests vornehmen

UN-Resolutionen verbieten der selbst erklärten Atommacht Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen jeglicher Reichweite, die je nach Bauart einen oder mehrere atomare Gefechtsköpfe tragen können. Die Entwicklung strategischer Raketen mit großer Reichweite in Nordkorea richtet sich besonders gegen die USA, denen…