von Rolf-Herbert Peters

18.11.2022, 07:38
6 Min.

Mehr als zehn Jahre lang kämpften Aktivisten, um den Hambacher Forst vor den Braunkohlebaggern zu retten. Jetzt ist er dem Tode nahe: Ohne radikalen Eingriff ist der Wald in fünf Jahren verdurstet.

Es ist Frühherbst, als Pierre Ibisch konzentriert durch den Hambacher Forst schreitet. Es hat zu regnen begonnen, Tropfen klammern sich an seine Hutkrempe. Seit ein paar Tagen liefern die Wolken am Himmel endlich wieder Flüssigkeit – nach einem zermürbenden Dürresommer.

An einer mächtigen Eiche macht der Biologieprofessor halt, bückt sich und greift tief in die Erde. Er hebt die Hand, rheinischer Waldboden rieselt wie Wüstensand durch seine Finger. Der Blick über seinem Vollbart verdunkelt sich: „Alles viel zu trocken!“ Das kann auch der Regen nicht ändern.

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