Am Ende werden es 299 Grand Prix sein, bei denen Sebastian Vettel im Formel-1-Rennwagen gesessen hat. 53 davon hat er gewonnen, insgesamt stand er 122-mal auf dem Podium, startete 57-mal von der Pole Position und gewann vier Weltmeistertitel. Am Wochenende geht er nun in sein letztes Rennen, in Abu Dhabi – dort, wo er 2010 mit 23 Jahren zum jüngsten Weltmeister der Formel 1 wurde.

Wehmütig ist Vettel nach 16 Jahren in der Königsklasse des Motorsports aber nicht: „Es ist nicht so, dass ich momentan viel zurückschaue und traurig bin“, sagt er. „Ich freue mich eher auf die Zeit, die danach kommt.“ Die Verkündung seines Rücktritts zum Saisonende sei im vergangenen Sommer „eine Erleichterung“ gewesen.

Kometenhafter Aufstieg bei Red Bull

Vettel war schon als kleines Kind ein Naturtalent und hatte zudem das Glück, früh von einem motorsportbegeisterten Vater gefördert zu werden. Mit drei Jahren saß Vettel zum ersten Mal in einem Go-Kart. Bald danach bestritt er regelmäßig Kart-Rennen, auch im Ausland, wohin ihn seine Familie mit dem Wohnmobil begleitete. 2003 wechselte Vettel als 15-Jähriger in den Formel-Sport: Formel BMW, Formel 3, Formel Renault – dann 2007 ein Testfahrervertrag in der Formel 1 beim Team BMW Sauber. Nach einem schweren Unfall von Stammpilot Robert Kubica durfte Vettel im Juni 2007 in Indianapolis in der Formel 1 debütieren und holte auf Anhieb seinen ersten WM-Punkt.

Jüngster Weltmeister: Sebastian Vettel (2.v.r.) setzte sich 2010 im zweiten Jahr bei Red Bull die WM-Krone auf

Noch während der laufenden Saison verpflichtete Toro Rosso Vettel als Stammfahrer. Er war nun Teil der Red-Bull-Familie und ein kometenhafter Aufstieg begann: Im September 2008 gewann er mit dem eigentlich unterlegenen Auto in Monza sein erstes Rennen und wurde zur Saison 2009 ins Toro-Rosso-Schwesterteam Red Bull befördert. Anderthalb Jahre später sicherte er sich im Herbst 2010 erstmals den WM-Titel, den er in den folgenden Jahren dreimal erfolgreich verteidigen konnte….