Mit ihrer Mehrheit im Repräsentantenhaus haben die Republikaner ein wirkungsvolles Instrument gewonnen, um Präsident Joe Biden in die Parade zu fahren. Vorausgesetzt, sie können sich einigen.

Bei ihrem pausenlosen Gerede über ihr schlechtes Abschneiden haben es die Republikaner geschafft, ihren Sieg fast wie eine Niederlage aussehen zu lassen. Dabei haben sie mit der Kontrolle über das Repräsentantenhauses auch ein wirkungsvolles Instrument gewonnen, um die Demokraten um Präsident Joe Biden in die Parade zu fahren.

Zwar fällt ihre Mehrheit weitaus fragiler aus, als es sich die Republikaner erhofft und erwartet hatten, doch stehen mindestens 218 Mitglieder der Grand Old Party geschlossen zusammen, können sie ihren Willen auch mit der denkbar knappsten Mehrheit durchsetzen.

Und da beginnt die eigentliche Arbeit für Kevin McCarthy. 

Denn was bringt es, Ausschüsse und Anhörungen auf die Agenda zu setzen, die Bidens Demokraten das ungetrübte Regieren erschweren, wenn auch nur eine Handvoll Republikaner ausschert – und damit die hauchdünne Mehrheit zunichte macht? Die Herausforderung für McCarthy, der am Dienstag als neuer Mehrheitsführer der Republikaner im Repräsentantenhaus nominiert wurde, besteht folglich darin, die notwendige Einheit herzustellen. Einfach wird das freilich nicht.

„Wir müssen diese Regierung unerbittlich beaufsichtigen“

Das zeigt sich schon an dem Posten – immerhin die Nummer drei in der politischen Rangfolge in den USA nach dem Präsidenten- und dem Vizepräsidenten-Amt – den der Abgeordnete aus Kalifornien anstrebt, wenn die Republikaner im Januar den legislativen Hammer in die Hände bekommen.

Mit 188 Stimmen bei 31 Gegenstimmen wurde McCarthy zwar als Sprecher nominiert, aber nicht bestätigt – dafür braucht er die besagte…