Bayern
Markus Söder will sich mit Wohltätigkeit rühmen – das fällt ihm vor die Füße

Markus Söder bei seinem Besuch der Tafel München

© Sven Hoppe / DPA

„Tue Gutes und rede darüber!“ Diese Weisheit zieht für Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nach einem Besuch der Tafel in München Kritik nach sich – auch von prominenter Seite.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder bekommt nach dem Besuch der Münchner Tafel Gegenwind.

Der CSU-Chef hatte am Mittwoch den gemeinnützigen Verein besucht, sich über dessen Arbeit informiert und sogar mit angepackt und an Bedürftige Lebensmittel verteilt. Und der Landesvater hatte neben Dank und Anerkennung für die Arbeit der Tafel noch etwas im Gepäck: Er kündigte an, dass die Münchner Tafel von der bayerischen Landesregierung mit 25.000 Euro für Lebensmittelzukäufe unterstützt werde und fügte hinzu: „Allein dort werden über 20.000 Bedürftige pro Woche mit zumeist gespendeten Lebensmitteln von 800 Ehrenamtlichen versorgt. Was für eine Leistung!“ Insgesamt werde die bayerische Landesregierung die gut 170 Tafeln im Freistaat im kommenden Jahr mit einer Million Euro fördern. „Wir sollten das als Staat besonders unterstützen“, sagte der Ministerpräsident. Die Förderung der Tafel in der Landeshauptstadt sei „einmalig“, teilte das bayerische Sozialministerium dem stern auf Anfrage mit.

Kritik nach Markus Söders Tafel-Besuch in München

An Söders Worten nach dem Besuch entzündet sich Kritik, in mehrfacher Hinsicht. Vielen Nutzerinnen und Nutzern sozialer Netzwerke stößt unter anderem das Verhältnis von Unterstützungsbetrag und Anzahl der Bedürftigen übel auf: 25.000 Euro seien auf ein Jahr heruntergerechnet etwa zwei Cent pro Person und Woche, rechnet etwa der politisch linke CDU- und CSU-kritische Twitter-Account „UnionWatch“ vor. Andere verweisen auf…