Die WM in Katar wird angepfiffen – die Frage bleibt, wer in Deutschland zuschaut. Die Kritik am Turnier ist ungebrochen groß. Die Organisatoren vermitteln ein ganz anderes Bild.

Auf einer der glitzernden Fassaden begrüßt das überlebensgroße Abbild von Manuel Neuer die WM-Fahrer. Die Macher der höchst umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaft in Katar werben mit dem Kapitän der deutschen Nationalmannschaft und anderen Stars mitten in Doha.

Nach jahrelangen Diskussionen über Korruption und Menschenrechte wird das Turnier mit der Partie des Gastgebers gegen Ecuador am Sonntag (17.00 Uhr/ZDF und MagentaTV) geräuschvoll eröffnet. Die Begeisterung insbesondere in Deutschland scheint jetzt, wo es so weit ist und auch Bundestrainer Hansi Flick mit seiner DFB-Auswahl am Golf angekommen ist, auf einem Tiefpunkt.

In einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben nur vier Prozent der Befragten an, es richtig zu finden, dass die Endrunde in dem Emirat ausgerichtet wird. Zwei Drittel finden es eher oder klar falsch, dass bis zum 18. Dezember in und um Doha gespielt wird. Das deckt sich mit dem lautstarken Protest vieler Fans in Deutschland, die in den vergangenen Wochen zum persönlichen Boykott aufgefordert haben. Zwanglose Fußballfeste zur ungewöhnlichsten Jahreszeit neben Weihnachtsbäumen und Adventskränzen bleiben schwer vorstellbar.

Gekaufte Fans?

In Katar wird ein anderes Bild vermittelt. Bunte Bilder und Videos von feiernden Menschen mit Fan-Requisiten etlicher WM-Teilnehmer gingen in den vergangenen Tagen um die Welt. Überall in der Metropole ist der WM-Schriftzug sichtbar, auch ein Grüppchen in Schwarz-Rot-Gold verbreitete Stimmung. Alle gekauft, vermuten Beobachter in den sozialen Medien. Das WM-Organisationskomitee und Menschen, die mitjubelten,…