„Amerikas Comeback beginnt genau jetzt“, ruft Donald Trump, als er am Dienstagabend seine erneute Präsidentschaftskandidatur ankündigt. In seiner großangekündigten Rede auf seinem Mar-a-Lago-Anwesen in Florida machte der Ex-Präsident deutlich, dass er seine bisherige Politik fortsetzen will und verfiel sogleich in gewohnte Wahlkampfmanier. Über eine Stunde lang wetterte er gegen Joe Biden, der mit seinen „irren radikalen Linken“ das Land in den Ruin getrieben habe, während er seine eigene Präsidentschaftsbilanz in überhöhten Tönen anpries und alte Versprechen wiederholte.

Doch seine Ankündigung kommt für die Republikaner zu einem denkbar schwierigen Zeitpunkt. Erst vor einer guten Woche musste die Partei bei den Zwischenwahlen eine herbe Niederlage einstecken. Zwar konnten sie sich eine hauchdünne Mehrheit im Repräsentantenhaus sichern, die wichtigere Senatskammer ging jedoch an die Demokraten. Nicht wenige in der „Grand Old Party“ (GOP) schieben nun die Schuld für die enttäuschenden Ergebnisse dem Ex-Präsidenten persönlich in die Schuhe. Schließlich wurde die Mehrheit von Trumps handverlesenen Kandidaten, die eifrig seine Lüge der gestohlenen Wahl verbreitet hatten, abgestraft. 

Damit haben die Midterms nicht nur die Grenzen des „Trumpism“ aufgezeigt – sie verschaffen auch seiner innerparteilichen Konkurrenz neuen Auftrieb.

Donald Trump prescht vor – seine Konkurrenz bringt sich in Stellung

Ganz vorne mit dabei Floridas Gouverneur Ron DeSantis, der mit einem starken Ergebnis wiedergewählt wurde und damit gezeigt hat, dass auch er die konservativen Wählerinnen und Wähler für sich begeistern kann. Zwar vertritt der 44-Jährige ähnliche Hardliner-Positionen wie Trump selbst, wirkt jedoch in seinem Auftreten deutlich seriöser. Noch ist unklar, ob er kandidieren wird, doch in Washington wird der kernige Gouverneur längst als möglicher Frontrunner gehandelt.