Auf der Weltklimakonferenz beugen sich die Delegierten über Eckpunkte für das Abschlusspapier. Es gibt viel Schatten und nur wenige Lichtblicke. Geht das UN-Treffen wie so oft in die Verlängerung?

Zu lasch, zu lang und in sich widersprüchlich: Mit teils scharfer Kritik haben Umweltorganisationen und Dutzende Regierungsvertreter auf Eckpunkte für die Abschlusserklärung des UN-Klimagipfels in Ägypten reagiert.

In dem 20-seitigen Papier mit vielen ungeklärten Streitfragen wird zwar ein schrittweiser Ausstieg aus der klimaschädlichen Kohle eingefordert – aber nicht der Abschied von Öl und Gas. Ungelöst blieb auf der COP27 auch die Streitfrage, ob arme Staaten von den Industriestaaten Ausgleichszahlungen bekommen für unabwendbare Klima-Schäden – etwa nach Dürren, Überschwemmungen und Stürmen. Diese Wetterextreme werden wegen der Erderhitzung heftiger und häufiger und treffen gerade arme Staaten am schlimmsten.

Das Papier wurde den Vertretern von etwa 200 Staaten frühmorgens von der ägyptischen Konferenzleitung vorgelegt – einen Tag vor dem geplanten Ende des Mammuttreffens in Scharm el Scheich. Klimaschützer sprachen von einer „Baustelle“ und vielen offenen Fragen, doch sahen auch Lichtblicke.

Kohle, Öl und Gas?

Der geschäftsführende Vorstand von Greenpeace Deutschland, Martin Kaiser, sagte, der weltweite Ausstieg aus Öl und Gas müsse jetzt „mit Hochdruck“ in das Dokument eingearbeitet werden. Dafür müsse sich auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) persönlich einsetzen. „Es wäre absolut inakzeptabel, wenn am Ende einer zweiwöchigen Klimakonferenz inmitten des Klimakollaps maximal die Ergebnisse aus dem Vorjahr wiederholt würden.“

Baerbock hatte tags zuvor betont, die Klimakonferenz müsse Signale für den Abschied von Kohle, Öl und Gas setzen. Es lohne sich, „um jedes Zehntel…