Mobilität
Trendwende auf dem Automarkt? Neuzulassungen stark gestiegen

Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt verzeichnete der Autohandel im September 14 Prozent mehr Neuzulassungen als im Vorjahresmonat. Eine mögliche Trendwende? Foto

© Armin Weigel/dpa

Entspannung auf dem Automarkt: Nach monatelangen Chip-Engpässen deutet sich eine Verbesserung der Liefersituation für die Hersteller an. Doch bald schon dürften sich neue Probleme bemerkbar machen.

Nach monatelangen Lieferschwierigkeiten insbesondere bei Halbleitern verbessert sich die Lage für die Autoindustrie allmählich, was sich auch beim Absatz bemerkbar macht. 224.816 Neuzulassungen verzeichnete die Branche im September, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Das waren rund 14 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Der monatelange Rückgang bei den Auslieferungszahlen ist somit vorerst gestoppt.

„Möglicherweise sehen wir hier eine Trendwende“, teilte Branchenexperte Peter Fuß von der Beratungsgesellschaft EY am Donnerstag mit. „Das Vorkrisenniveau ist nicht mehr so weit entfernt wie noch im ersten Halbjahr, der Chipmangel scheint langsam an Relevanz zu verlieren.“ Fuß geht davon aus, dass sich die Situation im Laufe des Jahres weiter erholen wird.

Dudenhöffer über Trendwende und Kippeffekt

Auch Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer sprach von einer Trendwende, sieht allerdings neue Probleme aufziehen. Die Autoproduktion von Mai bis August sei um 21 Prozent höher als im Vorjahr – aber jetzt hielten sich Käufer wegen Inflation und drohender Rezession zurück, die Lieferzeiten würden kürzer, erklärte er. „Ein Kippeffekt von einer Angebotsknappheit in einen Kundenmangel oder eine Nachfrageschwäche zeichnet sich immer stärker ab.“

Diesen Effekt hatte vor wenigen Wochen auch der Verband der Automobilindustrie…