Auszeichnungen
Entscheidung in Oslo: Friedensnobelpreis für die Ukraine?

Abiturienten der Schule Eins aus Tschernihiw tanzen vor einem zerstörten Hotel zu dem Lied „Dream“ (Mria). Erhalten Akteure aus der Ukraine in diesem Jahr den Friedensnobelpreis? Foto

© Michal Burza/ZUMA Press Wire/dpa

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und seine Folgen bestimmen in diesem Jahr die Schlagzeilen. Folgt daraus nun ein Friedensnobelpreis für Akteure aus der Ukraine? Das entscheidet sich in Oslo.

Es könnte ein wichtiges Signal in unsicheren Zeiten werden: Heute wird in Oslo verkündet, wer in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wird. Das norwegische Nobelkomitee wird um 11.00 Uhr das Geheimnis lüften, wen es diesmal mit dem wichtigsten Friedenspreis der Erde ehren wird. 343 Kandidaten – 251 Persönlichkeiten und 92 Organisationen – sind diesmal nominiert worden. Die Namen werden traditionell 50 Jahre lang geheim gehalten.

Vergangenes Jahr waren die Philippinerin Maria Ressa und der Russe Dmitri Muratow mit dem Preis geehrt worden. Die beiden Journalisten erhielten ihn für ihren mutigen Kampf für die Meinungsfreiheit.

Selenskyj, „The Kyiv Independent“ und ukrainisches Volk im Gespräch

Seit ihrer Auszeichnung hat sich die Weltlage nicht zum Besseren gewandelt: Zu Corona-Pandemie, Klimakrise und militärischen Konflikten in verschiedenen Weltregionen kam im Februar dieses Jahres hinzu, dass Russland in die Ukraine einmarschierte. Mit Blick auf den andauernden Krieg tippen manche Beobachter darauf, dass das Nobelkomitee den Preis an ukrainische Akteure oder an andere Widersacher des russischen Präsidenten Wladimir Putin vergeben könnte. Die Wettbüros zählen unter anderem den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, das Online-Medium „The Kyiv Independent“ und das ukrainische Volk an sich zu ihren Favoriten.