Ist es eine gute Entwicklung – hin zu mehr Gleichberechtigung? Diese Frage stellt sich bei der Ironman-Weltmeisterschaft, die nach drei Jahren Corona-Pause endlich wieder auf Hawaii steigt. Die Frauen um Top-Favoritin Daniela Ryf und den beiden starken deutschen Triathletinnen Anne Haug und Laura Philipp kämpfen zwei Tage vor den Männern um die Krone des Triathlon-Sports. „Es gibt nur Hawaii, wo die besten der Welt alle in Topform am Start sind“, erklärt Haug, die die letzte Ausgabe des legendären Rennens 2019 gewonnen hatte, „Natürlich will ich um das Podium mitkämpfen und bin auch in einer Form, in der ich das kann. Aber um zu gewinnen, muss an dem einen Tag alles zusammenkommen.“

Ein eigenes Rennen – das bringt mehr Aufmerksamkeit, Sendefläche und bessere Bedingungen für die Profi-Frauen, so argumentiert der Veranstalter. Alles positive Punkte für die Athletinnen, deren Spitzenleistungen in der Vergangenheit häufig im Aufmerksamkeitsstrudel der gleichzeitig ausgetragenen Männer-Konkurrenz untergingen. „Es entsteht ein deutlich fairerer Rennverlauf“, unterstreicht Triathletin Philipp wohlwollend, „dennoch bin ich sehr gespannt darauf, wie das hier auf Hawaii klappen wird. Es ist logistisch sicher eine große Herausforderung, ein so großes Rennen in so einem kleinen Ort zwei Tage aufeinander stattfinden zu lassen.“

Mammut-Event stößt an Grenzen

Gerade mal 20.000 Einwohner hat Kailua-Kona, das Mekka und Sehnsuchtsziel der Triathlon-Gemeinde. Schon in normalen Jahren ächzt der Ort unter der Besucherschar aus etwa 2.500 Teilnehmenden plus Begleitung. Diesmal sind jedoch 5.500 gemeldet. Damit stößt alles an Grenzen: Verkehr, Unterkünfte, Versorgung. „Wir können das nicht beschönigen“, gibt auch Renndirektorin Diana Bertsch zu, die große Mühe hat, genug freiwillige Helfer für beide Rennen zu organisieren. Die Startenden werden es während der Hitzeschlacht spüren: Es gibt deutlich weniger Verpflegungsstationen auf der Radstrecke und beim Marathon.

Seit 1981…