Kurz erklärt
Was wissen wir eigentlich über Klimaangst?

Demonstrieren für mehr Klimaschutz, wie zuletzt in Berlin, kann dabei helfen, die eigene Klimaangst zu überwinden

© Stefan Boness/Ipon

Vor allem junge Menschen sorgen sich um die Folgen der Erderwärmung. Diese Klimaangst kann in Aktivismus aber auch in Hilflosigkeit umschlagen.

Lange Dürre in Europa, Überschwemmungen in Pakistan, Hurrikan „Ian“ in der Karibik: Die weltweiten Folgen der Klimaerwärmung sind unübersehbar. Vor allem für junge Menschen bedeutet das auch eine wachsende psychische Belastung. Eine aktuelle Sinus-Studie im Auftrag der Barmer-Krankenkasse zeigt: 68 Prozent der Jugendlichen hierzulande verspüren große oder mittelgroße Angst vor dem Klimawandel. Extreme Wetterereignisse wie Starkregen, Stürme und Dürren führen die Liste der Ängste an, gefolgt vom Verlust von Lebensraum für Menschen und Tiere und vom Anstieg des Meeresspiegels durch abschmelzende Pole.

Junge Frauen sind laut der Studie generell noch etwas anfälliger für Klimaängste als junge Männer. 63 Prozent der befragten Mädchen zeigten sich besorgt über den Klimawandel, 45 haben große Angst davor. Unter den Jungen sind es 55 beziehungsweise 34 Prozent.

„Reden mit Freunden oder der Familie ist ein guter Weg heraus aus der Klimaangst“

Junge Menschen sind für Ängste besonders empfänglich. Etwa bis zum 25. Lebensjahr ist bei ihnen der sogenannte präfrontale Kortex noch nicht vollständig entwickelt. Dieser Teil des Gehirns steuert einen Großteil unseres Verhaltens und der Emotionen. Daher werden im jugendlichen Gehirn viele Alltagserlebnisse emotional stark aufgeladen. Pathologisch sei Klimaangst in der Regel nicht, sagt Ursula Marschall, leitende Medizinerin der Barmer: „Angst ist grundsätzlich etwas Gutes und eine normale Reaktion“.

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