Energie
Deutschland und Spanien wollen Pipeline über die Pyrenäen

Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez und Bundeskanzler Olaf Scholz posieren zusammen mit ihren Kabinettskollegen für ein Foto

© Kay Nietfeld/dpa

Der Kanzler und das halbe Kabinett zusammen in einem Flieger – zu den ersten Regierungskonsultationen mit Spanien seit 2013 nimmt Scholz acht seiner Minister mit. Im Visier: Ein umfassender Aktionsplan …

Mit einem gemeinsamen Aktionsplan wollen Deutschland und Spanien ihre Beziehungen auf eine neue Grundlage stellen.

In dem Entwurf für das Dokument, das bei den deutsch-spanischen Regierungskonsultationen in La Coruña beschlossen werden sollte, setzen sich die beiden Länder unter anderem für den Bau einer Gaspipeline zwischen Spanien und Frankreich über die Pyrenäen bis 2025 ein. Durch die Leitung soll später auch mit erneuerbaren Energien produzierter Wasserstoff transportiert werden. Frankreich stemmt sich bisher allerdings gegen den Bau.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und der spanische Ministerpräsident Pedro Sanchez warben schon vor den Konsultationen noch einmal eindringlich für die Realisierung der Pyrenäen-Pipeline. „Die Europäische Union muss sich in puncto Energieversorgung noch stärker miteinander vernetzen“, sagte Scholz in einem Interview der spanischen Zeitung „El País“. „Insbesondere der Anschluss der Iberischen Halbinsel an das europäische Pipeline-Netz wäre ein ganz wichtiger Schritt für uns alle, deshalb werbe ich für den Bau von Midcat.“

Sanchez betonte in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass es bei der Leitung um die europäische Versorgungssicherheit gehe. „Das ist keine bilaterale Frage, sondern sie betrifft die gesamte EU. Angesichts des Krieges in der Ukraine sollten nicht die Interessen Einzelner, sondern das europäische Interesse Vorrang haben.“