Loretta Lynns Familie teilte mit, sie sei auf ihrer Ranch in Hurricane Mills im US-Bundesstaat Tennessee „friedlich im Schlaf“ verstorben. Die republikanische Senatorin Marsha Blackburn würdigte die Künstlerin als einen „Schatz von Tennessee“. Sie war eine Wucht, mit der man immer rechnen musste, und eine Vorkämpferin für Frauen in der Country-Musik-Szene“, schrieb Blackburn bei Twitter. „Sie wird fehlen.“ Die Musikzeitschrift „Rolling Stone“ schrieb, Lynn habe den Weg geebnet für jüngere Künstlerinnen wie Miranda Lambert oder Taylor Swift.

Die am 14. April 1932 in Butcher Hollow im US-Bundesstaat Kentucky geborene Sängerin hatte es in der Country-Hitparade zwischen 1960 und 1980 auf mehr als 80 Hits gebracht. Einer davon, „Coal Miner’s Daughter“ (Tochter eines Bergmanns), erzählt ihre Lebensgeschichte als eines von acht Kindern aus ärmlichen Verhältnissen. Der 1980 erschienene biografische Film über ihr Leben, in dem Sissy Spacek die Hauptrolle spielte und dafür den Oscar als beste Hauptdarstellerin erhielt, trug schließlich auch diesen Titel. In Deutschland hieß der Film „Nashville Lady“.

Musikalisch aktiv bis zuletzt

Bis ins hohe Alter hatte Lynn die Bühne und die Nähe zu ihren Fans gesucht, auch wenn sie in den vergangenen Jahren aus gesundheitlichen Gründen kürzer treten musste. Noch 2018 brachte sie ihr Album „Wouldn’t It Be Great“ heraus und schaffte es damit in die Country Charts. Im vergangenen Jahr folgte „Still Woman Enough“.

In ihren Liedern sang sie offen über Sexualität, Untreue und Schwangerschaft – sehr zum Unwillen mancher Radiosender. 1988 wurde Lynn in die Country Music Hall of Fame aufgenommen. Unter ihren zahlreichen Auszeichnungen war auch die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA, die ihr 2013 vom damaligen Präsidenten Barack Obama verliehen wurde. 2016 unterstützte sie Donald Trump im Wahlkampf.

uh/wa (dpa, afp)