Die beeindruckende Macht der Musik, Menschen in Zeiten des politischen Umbruchs zusammenzubringen, hat sich über Jahre und Jahrhunderte immer wieder gezeigt. In Verbindung mit dem Mauerfall 1989 haben sich sämtliche Lieder in das kollektive Gedächtnis eingebrannt – selbst wenn die Songs ursprünglich eine andere Bedeutung hatten.

Deutsche Geschichte: Erinnerung an den November 1989

Einige dieser Lieder sollen nun gemeinsam für den Frieden angestimmt werden, überall in Deutschland. Die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ richtet zum Tag der Deutschen Einheit ein bundesweites Offenes Singen aus. Der Verein will an die Friedliche Revolution von 1989 erinnern, als Bürgerinnen und Bürger der DDR für mehr Freiheiten auf die Straße gingen. Auf die gewaltfreien Proteste folgte der Mauerfall, schließlich kam es zur Vereinigung der beiden deutschen Staaten BRD und DDR.    

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 wurde erstmals ein Teil der deutsch-deutschen Grenzübergänge geöffnet

32 Jahre nachdem der Nationalfeiertag zum ersten Mal begangen wurde, soll in mehr als 200 Orten für den Frieden gesungen – und damit ein Zeichen für Vielfalt und Demokratie gesetzt – werden. Der Slogan der Aktion lautet „Keine Gewalt!“ und ist auch als eine Positionierung gegen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine zu verstehen.

Angesichts der Kriegssituation erlebe man eine „Zeitenwende nicht für möglich gehaltenen Ausmaßes“, so Bernd Oettinghaus, Leiter der Initiative „Deutschland singt und klingt“. „Wir lernen wieder neu, wie wenig selbstverständlich der Zusammenhalt der Menschen ist, wie kostbar unsere Freiheitsrechte sind und wie bedroht der Frieden nach 77 Jahren auch in Europa sein kann.“ Man wolle nicht in Schweigen verharren, sondern der Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj folgen, der bei seiner Rede anlässlich der diesjährigen Grammy-Verleihung sagte: „Füllen Sie das Schweigen mit Musik“. So stehen 13…